Abgestiegen oder doch den Hauch einer Chance?

11. Mai 2015 @

Sind wir nun abgestiegen oder nutzen wir den letzten Strohhalm? Diese Frage werden sich viele Fans von Hannover 96 in der ausverkauften HDI Arena nach dem Schlusspfiff von Schiri Deniz Aytekin am Sonnabend gestellt haben. Fest steht nach diesem komplettierten Spieltag am Sonntagabend: Es könnte auch noch Hamburg (32 Punkte), Freiburg, Paderborn (jeweils 31 Punkte) und Stuttgart (30) treffen. Hannover steht mit ebenfalls 31 Punkten auf dem Relegationsplatz. Dabei hatte Hannover eigentlich mit drei Punkten aus dem Werder-Spiel alles klar machen können und war dafür sogar ins Trainingslager gereist. Und voller Optimismus von dort zurückgekehrt.

Bremens Trainer Viktor Skripnick war von dem Punkt überrascht - Foto: JPH

Bremens Trainer Viktor Skripnick war von dem Punkt überrascht – Foto: JPH

In der Pressekonferenz am Freitag vor dem Spiel gewann man den Eindruck: Eigentlich sollte alles besser werden, doch dann war es am Ende wie immer in der Rückrunde. Nach einer guten ersten Halbzeit mit einem 1:0 Pausenstand ging in der zweiten Spielhälfte alles in die Binsen. Werder wechselte geschickt aus, wurde nach dem Wiederanpfiff deutlich schneller, stärker und passsicherer. Erspielte sich mehrere Chancen und aus einem unzweifelhaft dummen Freistoß fiel dann das 1:1. Bezeichnend dabei, dass Prib sich aus unerfindlichen Gründen noch schnell ins Tor stellen wollte und dabei Zieler behinderte, als die Gäste den Ball aufs Tor brachten. Am Ende durften die Hausherren sogar noch froh sein, dass die Hanseaten nicht alle drei Punkte mit an die Weser nahmen. Dazu sagte Viktor Skripnick am Ende jedoch ehrlich: „Wir müssen glücklich sein, einen Punkt mitzunehmen.“ Dem wäre nichts hinzuzufügen – eigentlich.

Denn die Mannschaft von Michael Frontzeck darf sich darüber nicht wundern, denn wer aus etwa fünf sicheren Chancen nur ein Tor macht, ist nun mal wackelig. Zumal Hannover nicht zu den Teams gehört, die einen so knappen Vorsprung auch noch halten können. Denn regelmäßig verfällt das Team in eine Art Büßerhaltung und erwartet förmlich den Gegentreffer. Also auch hier alles wie sonst. Da hilft erfahrungsgemäß auch nicht der Schlussspurt der 96er, die nach einem Ausgleich wie aus einer Trance zu erwachen scheinen. Sonnabend hätte das sogar ganz bitter scheitern können, denn die Bremer machten bis zum Ende plötzlich Druck. So war die Partie für die Mannschaft von Hannover ein umgekehrtes Déjà-vu zum Wolfsburgspiel.

Verärgert und ratlos war Michael Frontzeck nach dem Spiel - Foto: JPH

Verärgert und ratlos war Michael Frontzeck nach dem Spiel – Foto: JPH

Nachdem Spiel sagte Frotzeck „ich bin sicher, dass wir für den Aufwand, den wir betrieben haben, belohnt werden“, aber das ist sehr mutig nach 16 Spielen ohne Sieg – kostet aber nix. Denn mit Augsburg kommt nun ein Gegner auf die Mannschaft zu, die ihre Europa League Teilnahme nach hinten noch absichern muss. Und deren Chancenauswertung, siehe Bayern-Spiel, besser ist. Und alles nur mit „Pech“ zu entschuldigen, fällt selbst den Zuschauern inzwischen schwer – „Unvermögen“ träfe es da wohl besser.

Im Moment steht die Mannschaft zwar auf dem Relegationsplatz, da Paderborn am Sonntag mit einer Niederlage nachgelegt hat. Aber, wie es derzeit bei der Mannschaft von Michael Frontzeck läuft, hilft wohl nur noch eine Messe hinter der Klostertür statt ein Trainingslager davor. Es sieht alles danach aus, als könne die Clubführung anfangen, für die 2. Liga zu planen. Die Zuschauer brachten es nach dem Spiel schon mal auf die Kurzformel „Das War’s!“. Zu befürchten ist es tatsächlich!

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