Vortrag zur Kali-Chemie fand großen Anklang

11. November 2015 @

Der Vortragsabend des Regional- Museums Sehnde zum Thema „Kali-Cheme-Sehnde, Werk Friedrichshall “ am vergangenen Mittwoch auf dem Gutshof Rethmar im Rittersaal fand großen Anklang. Mit den Referenten Otto Lesemann, Wolfgang Struß und dem technischen Leiter für den Vortrag, Klaus Langkop aus Ahlten, standen auch überaus qualifizierte Fachleute zum Thema bereit.

Museumsvereinsvorsitzender Erhard Niemann (mi) mit den Referenten Wolfgang Struß (li.) und Otto Lesemann (re.) nach dem Vortrag – Foto: R. Niemann

Museumsvereinsvorsitzender Erhard Niemann (mi) mit den Referenten Wolfgang Struß (li.) und Otto Lesemann (re.) nach dem Vortrag – Foto: R. Niemann

Nach einer kurzen Begrüßungsrede übergab der Vorsitzende Erhard Niemann das Wort an die Referenten. Rund 100 Besucher, viele ehemalige Mitarbeiter des Werkes hatten sich eingefunden, darunter der Jugendsprecher Dieter Ruhkopf, dessen Anreise 250 Kilometer betrug.

Otto Lesemann, ehemaliger Leiter des Untertagebetriebes, referierte als Frontmann mit Wolfgang Struß, dem damaligen Fahrsteiger für den Untertagebetrieb, über 80 Jahre Bergbaugeschichte in Sehnde. Dabei stellten die beiden Referenten beeindruckende Zahlen vor: Der Schacht 2, geteuft von 1911 bis 1913, erreichte eine Gesamtteufe 813 Meter unter der Erdoberfläche. Über die beiden Schächte im Werk 1 und den Schacht 2, der zum Transport diente, wurden Materialien eingefahren und eine Gesamtfördermenge von 55 Millionen Tonnen Rohsalz geborgen. Die größte Belegschaft hatte die Grube 1955 mit 1550 Beschäftigten. Unter Tage herrschte eine Arbeitstemperatur von 45 Grad Celsius bei extrem trockener Luft.

Am 30. Dezember 1981 wurde der Betrieb mit verringerter Förderleistung durch die Kali und Salz AG weitergeführt. Aber damit war schon das Ende des Kalibergbaues in und unter Sehnde eingeläutet. Bis auf wenige weitergenutzte Lagerschuppen sind die Werksanlagen seit 1998 nach und nach verschwunden und zerstört. Aber die Abraumhalde ist als nicht-salzhaltiger Mineralienrückstand zurückgeblieben. Der wurde und wird nicht mehr in die Hohlräume Untertage untergebracht werden und wird stattdessen als Kalimandscharo begrünt.

Lesemann stellte in seinem Vortrag die sozialen Errungenschaften des Betriebes Kali-Chemie-Sehnde für die Mitarbeiter des ganzen Unternehmens besonders hervor und betonte auch die Zufriedenehit der Bergleute mit ihrem Arbeitgeber.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.