Übungsschießen, bleifreie Munition und Schalldämpfer – Jäger beraten

31. März 2017 @

Bei ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch im Gasthaus „Zur Linde“ in Bilm beschäftigten sich die Jäger aus dem Hegering „Das Große Freie“ auch mit den geplanten Veränderungen im Jagdrecht. Nach einem Entwurf der Regierungskoalition von SPD und Grünen sollen Jäger in Niedersachsen künftig nachweisen, dass sie an einem Übungsschießen teilgenommen haben, wenn sie beunruhigtes oder fliegendes Wild bejagen. Wie dieses Übungsschießen durchzuführen ist, muss noch durch eine Verordnung geregelt werden.

Jan Bennwig (re.) kann sich über einen Pokal aus den Händen von Hartmut Scholz freuen – Foto: Ulf Schärling

In Zukunft soll ein Schießen mit bleihaltiger Munition verboten sein, wobei für alte Waffen noch Übergangsfristen eingeräumt werden sollen. Geplant ist auch, die Verwendung eines Schalldämpfer auf der Jagd zuzulassen. Dadurch soll das Gehör der Jäger und Jagdhunde vor Schäden bewahrt werden. Dass ein Schalldämpfer den Schuss zu einem leisen „Plopp“ reduziert, ist jedoch eine Mär aus den Filmstudios. Es wird immer noch ein lauter Knall zu vernehmen sein.

Der Hegeringleiter Hartmut Scholz aus Lehrte und sein Stellvertreter Jürgen Kollecker aus Höver berichteten den etwa 90 anwesenden Jägern, dass die von der Region Hannover vorgegebenen Abschusspläne beim Rehwild zu 90 Prozent erfüllt wurden und dass neben einer intensiven Bejagung von Wildschweinen auch Marderhunde und Waschbären künftig effektiver gejagt werden müssen. Das Schwarzwild verursacht Schäden in der Landwirtschaft und ist zusammen mit Füchsen, Mardern, und eben auch Marderhunden und Waschbären eine Gefahr für andere Wildtiere. Diese Prädatoren, die oft keine natürlichen Feinde haben und sehr anpassungsfähig sind, können den Bestand von Hasen, Fasanen, Rebhühnern und anderen Tieren nachhaltig gefährden. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass in den heimischen Revieren immer mehr die Nutria auftaucht. Das auch als Biberratte bezeichnete Nagetier sieht einem Biber sehr ähnlich, lebt auch am Wasser, ist mit zirka 65 Zentimetern aber kleiner und hat einen runden schuppenbedeckten Schwanz.

Das Jagdhornbläserkorps „Das Große Freie“ begleitete die Versammlung musikalisch – Foto: Ulf Schärling

Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Otto Warneke aus Sehnde, für intensive Raubwildbejagung Jan Bennwig aus Haimar und als erfolgreiche Hundeführer Manfred Rathmann aus Rethmar sowie Andreas Eckerlin aus Lehrte geehrt. Einziger Wermutstropfen an diesem Abend war das Ausscheiden von Ulla Frank aus Höver, die nach 16 Jahren das Amt der Hundeausbilderin für den Hegering abgab. Noch konnte Hartmut Scholz keine Nachfolge präsentieren. Dr. Heiner Meyer als Leiter des Jagdhornbläserkorps berichtete von den musikalischen Erfolgen und positiven Effekten für die Öffentlichkeitswahrnehmung der Jäger durch das Bläserkorps. Das hat derzeit 77 Mitglieder hat, wobei 14 davon unter 18 Jahren alt sind. Mit den Klängen dieses Bläserkorps wurde dann auch die Versammlung geschlossen.

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