Tierische Philatelie im Zoo

30. Juni 2015 @

Wie Mafuka 1906 auf einer liberischen Briefmarke gelandet ist, bleibt ein Rätsel. Es hieß, die Briefmarke zeige das erste Bild eines Schimpansen, der ein Werkzeug benutzt: Der Menschenaffe stochert mit einem Stab in etwas herum. 100 Jahre später folgerten schottische Wissenschaftler, dass es wohl ein Termitenhügel sei und benannten sogar die Termitenart, um die es sich wohl handelte. Tatsächlich aber stammt das Bild aus „Brehms Tierleben“ aus dem 19. Jahrhundert, sogar der Name und Herkunft des Schimpansen ist dort genannt: Mafuka aus dem Zoo Dresden. „Das ist wirklich eine kuriose Geschichte“, erzählt Ausstellungsleiter Kurt Gronwald bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Tierische Philatelie im Zoo“ im Erlebnis-Zoo Hannover.

Die Geschichte von "Mafuka" aus Dresden ist auf der Breifmarke dokumentiert - Foto: Zoo Hannover

Die Geschichte von „Mafuka“ aus Dresden ist auf der Breifmarke dokumentiert – Foto: Zoo Hannover

Mit begeisterter Sammelleidenschaft hat die Motivarbeitsgemeinschaft „Allgemeine Zoologie“ die Briefmarkenschau zu ihrem 25-jährigen Bestehen zusammen getragen und stellt sie nun im Prunksaal des Maharadschas vor. 13 verschiedene Sammlungen über die Zoos Hannover, Wilhelma, Berlin und den Tiergarten Schönbrunn, Zoos in Nordrhein-Westfalen und der Schweiz, Zoos im Wandel wurden in mühsamer Arbeit zusammengestellt. Die Briefmarken und Stempel zeigen Tiere von A-Z, von klein bis groß, sogar eine Blattschneideameise ist dabei, die Geschichte der Zoos und ihre Aufgaben sowie Zoomotive aus der ganzen Welt. Ergänzt wird die Ausstellung durch vier Rahmen der Jugendgruppe des Briefmarkenclubs Hannover über Erlebniswelten im Erlebnis-Zoo sowie Postkarten vom Zoo Hannover von 1895 bis 1940 und anderen Zoologischen Gärten um 1900 bis 1920.

Auch die Stempel waren 1953 vor Schreibfehlern nicht gefeit - Foto: Zoo Hannover

Auch die Stempel waren 1953 vor Schreibfehlern nicht gefeit – Foto: Zoo Hannover

Briefmarken sind nicht einfach ein Zahlungsmittel, um Post zu versenden. Briefmarken dokumentieren Historie, Natur, Gesellschaft und Kultur der verschiedenen Länder – und sie erzählen Geschichten. Hinter so manchem gezackten Wertzeichen verbergen sich wahre Kuriositäten. Schimpanse Mafuka auf der liberischen Marke wird wohl ein Rätsel bleiben, ebenso, wem 1953 schließlich auffiel, dass beim Stempel eines Zoos das „h“ im „Panter“ fehlte.

Die Citipost legt Sonderbriefmarken zum Zoo-Jubiläum auf: Kinder können zu Stift und Pinsel greifen und ihr liebstes Zoobild malen. Eine Jury wählt die schönsten Motive, die dann die Sonderbriefmarken zieren werden. Die Ausstellung „Tierische Philatelie im Zoo“ ist 2. bis10. Juli von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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