Tag der Pflege am 12. Mai: Die Pflege stärken

11. Mai 2018 @

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai blicken die Johanniter auf die Umsetzung der Pflegereform zurück. Mit der Einführung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes Anfang 2017 wurde nicht nur die Pflegebedürftigkeit selbst neu bewertet. Bedeutend war insbesondere die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade.

Die Pflege zuhause ist eine Alternative – Foto: Johanniter-Medienservice

Entscheidend für die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ist nun der Grad der Selbstständigkeit. Für die Einstufung werden nicht mehr nur körperliche, sondern auch geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und bewertet. Durch die verstärkte Berücksichtigung der Alltagskompetenz von Betroffenen bieten die neuen Pflegegrade zusätzliche Möglichkeiten der Einstufung. Dies spiegelte sich laut MDK in den ersten Monaten deutlich in der gestiegenen Anzahl der Neuanträge wider.

„Die Pflegestärkungsgesetze haben viele positive Änderungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit sich gebracht“, sagt Angela Weick, Bereichsleiterin Soziale Dienste im Johanniter-Landesverband Niedersachsen/Bremen. „Nach nunmehr einem Jahr nehmen wir in der ambulanten Pflege wahr, dass neue Begutachtungen durch den MDK vor allem zur Einstufung in niedrige Pflegegrade führen. Die hohen Pflegegrade kommen nicht so sehr zum Tragen wie vorher. Für den Kunden ist die neue Einstufung in Pflegegrade dennoch eine Verbesserung, weil natürlich der psychische und kognitive Anteil vermehrt berücksichtigt und begutachtet wird. Das ist eine gute Sache. Dadurch gibt es viel mehr Menschen, die einen Anspruch auf einen Pflegegrad haben.“

Ziel der Reform war es, die Pflege zu Hause, also. die ambulante Pflege, zu stärken. Die Johanniter begrüßen dies sehr. Viele Menschen wünschen sich, möglichst lange im eigenen Heim leben zu können. „Unsere Angebote wie Kurzzeit- oder Verhinderungspflege, aber auch Einrichtungen wie die Tagespflege unterstützen Senioren und ihre Angehörigen dabei“, erklärt Weick und weist gleichzeitig auf den wunden Punkt hin: „Die Pflegereform führt zwar dazu, dass mehr Menschen Unterstützung im Alter oder schwierigen Lebensumständen erhalten und sie vermehrt Pflegedienstleistungen in Anspruch nehmen können. Allerdings bedeutet es für die Pflegeanbieter auch einen zusätzlichen Bedarf an Personal. Wie die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen heute bestätigte: Der Arbeitsmarkt für Altenpflege-Fachkräfte ist so gut wie leergefegt! Daher lauten unsere Forderungen an die Politik: Neben einer guten tariflichen Bezahlung wünschen wir uns, dass Pflege einen ebenso hohen Stellenwert einnimmt wie Kindererziehung. Das Ansehen dieses Berufes muss in der Gesellschaft anders werden!“

Die Wenigsten wissen, welche Leistungen ihnen selbst oder ihren Angehörigen konkret zustehen und wo sie die passende Hilfe finden. Um diese Lücke zu schließen, haben die Johanniter eine Informationsbroschüre erstellt, die alle dringenden Fragen rund um die Pflege zu Hause beantwortet: „Johanniter-Pflegelotse – ein Wegweiser zur ambulanten Pflege“ heißt der Ratgeber, der ab sofort beim Johanniter Landesverband Niedersachsen/Bremen erhältlich ist. Er ist in gedruckter Form telefonisch über unsere Servicenummer 0800/00 19 214 bestellbar. Hier stehen für weiterführende Fragen die Pflegeexperten der Johanniter in Niedersachsen und Bremen auch gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Eine PDF-Version des Johanniter-Pflegelotsen steht im Internet zum Download zur Verfügung.

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