Statistik 2016 der Bundespolizeidirektion Hannover: mehr Straftaten, weniger Respekt

11. März 2017 @

Die Zunahme der Straftaten im Allgemeinen und die der Gewaltdelikte im Besonderen sowie die Vielzahl der Einsätze aus Anlass des Fußballfanreiseverkehrs der rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundespolizeidirektion Hannover führen zu einer stetig steigenden Belastung. Das ist das Fazit des Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover, Dr. Martin Kuhlmann. So hat sich im Jahr 2016 die Gesamtzahl der Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 66 507 Delikte erhöht.

Ein Einsatzschwerpunkt ist der Bahnhof Hannover – Foto: JPH

Die Bundespolizeidirektion Hannover ist zuständig in den Ländern Niedersachsen sowie in der Freien und Hansestadt Hamburg und Bremen. Zu den Aufgaben gehören die grenz- und bahnpolizeiliche Aufgabenwahrnehmung und die Luftsicherheit auf den Flughäfen in Hannover, Hamburg und Bremen. Bei 41 Prozent der in diesen Bereichen erfassten Straftaten handelte es sich um Eigentums- und Vermögensdelikte, bei 31 Prozent um Migrationsdelikte. 6 Prozent aller Straftaten sind Gewaltdelikte. Hier war eine Steigerung um 0,4 Prozent auf nunmehr 4252 Delikte zu verzeichnen. Besonders auffällig ist die Zunahme der Körperverletzungsdelikte mit 8,8 Prozent auf 3366 Tathandlungen. Die meisten Körperverletzungen wurden dabei in der Metropolregion Hamburg mit 2014 Delikten begangen. Weitere Schwerpunkte waren Hannover mit 684 Körperverletzungen und Bremen mit 514 Körperverletzungen. Als Täter wurden zumeist deutsche Staatsangehörige festgestellt.

Positiv ist die Entwicklung im bahnpolizeilichen Aufgabenbereich bei den Taschen- und Handgepäckdiebstählen zu sehen. Hier war ein Rückgang um 15,5 Prozent auf 6147 Straftaten feststellbar. Diese Entwicklung ist in nahezu allen Großbahnhöfen zu verzeichnen. Dazu beitragen haben auch gemeinsame Fahndungseinsätze von Bundes- und Landespolizei. Als besonders wertvoll für die Identifizierung von Taschendieben erwies sich die in den Bahnhöfen installierte Videotechnik. Jeder zweite festgestellte Tatverdächtige hatte die algerische oder marokkanische Staatsangehörigkeit.

Bei der Betrachtung der Straftaten ist auch das gesellschaftliche Phänomen der Respektlosigkeit den Polizeibeamten gegenüber in ihrer täglichen Arbeit hervorzuheben. Fußballeinsätze waren wie in den Vorjahren ein weiterer großer Einsatzschwerpunkt. In der Fußballsaison 2015/2016 über alle Ligen wurden fast 300 Einsätze aus Anlass von Heimspielen oder durchreisender wie umsteigender Fußballfans absolviert. Dafür wurden fast 6000 Polizeibeamte mit über 44 000 Einsatzstunden eingesetzt. Gegenüber der Vorsaison ist hier eine Steigerung um 7,8 Prozent zu verzeichnen; 320 Straftaten wurden angezeigt.

Auch rund um Fußballspiele ist die Bundespolizei stark gefordert – Foto: JPH/Archiv

Auf Grund der geografischen Lage bildet der Hauptbahnhof Hannover einen besonderen Schwerpunkt. Er wird regelmäßig von durchreisenden und umsteigenden Fußballfans aus allen vier Himmelsrichtungen genutzt und ist ein wahrer Knotenpunkt im bundesdeutschen Fanreiseverkehr. Um Straftaten durch Flaschen- oder Dosenwürfe und Zünden von Pyrotechnik in Zügen und auf Bahnhöfen entgegenzuwirken, gibt die Bundespolizeidirektion Hannover 2016 vor relevanten Spielbegegnungen Allgemeinverfügungen heraus. sie regeln den Alkoholkonsum, Mitführverbote von Glasflaschen, Dosen, Pyrotechnik, Bewaffnung und Vermummungsgegenständen in festgelegten Bereichen zu bestimmten Zeiten.

Besonders erfolgreich war die Bundespolizeidirektion Hannover bei der Vollstreckung von Haftbefehlen. 2016 wurden erstmals über 1000 Haftbefehle im Direktionsbereich vollstreckt. Dies entspricht einer Steigung um 10,7 Prozent.   Im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeidirektion Hannover wurden an den Schengen-Außengrenzen, also Flug- und Seehäfen, 6 829 765 Millionen Personen bei der Einreise kontrolliert. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Jahr 2015 um 4,4 Prozent. 7363 Personen reisten unter Rücknahme ihres Asylantrages auf dem Luftweg außerdem über die Flughäfen Hamburg, Hannover und Bremen freiwillig in ihre Heimatländer zurück. 2166 weitere Personen wurden nach Ablehnung ihres Asylantrages durch die Bundesländer auf dem Luftweg über die Flughäfen Hamburg und Hannover in ihre Heimatländer abgeschoben. Die Bundespolizeidirektion Hannover begleitete aus Sicherheitsgründen die Rückzuführenden mit insgesamt zirka 800 Polizeibeamten jeweils bis zum Zielflughafen und bis zur dortigen Übergabe an die zuständigen Behörden der Heimatländer.

Darüber hinaus waren 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweise zu FRONTEX-Einsätzen abgeordnet, so die Bundespolizeidirektion Hannover.

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