Sommertour der SPD/Grüne führt zum WSA in Sehnde

25. Juli 2017 @

Eines von 39 Revieren des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) ist in Sehnde ansässig und das erhielt am vergangenen Freitag Besuch der Sehnder SPD-Grünen-Gruppe aus dem Stadtrat unter Führung von Olaf Kruse, ihres Sprechers. Begleitet wurde Kruse von elf Ratsmitgliedern, die an der Anlage am Mittellandkanal von Johann Röben, dem Leiter des WSA Braunschweig  und Norman Leers, dem Leiter des Außenbezirks Sehnde begrüßt wurden.

In der Außenstelle gab es zunächst die Einweisung in Organisation und Aufgaben des WSA – Foto: JPH

Zunächst gab es die Einweisung in die Organisation des WSA Braunschweig, dem rund 150 Kilometer Kanäle, 50 Kilometer Flüsse mit Ihme und Leine sowie sieben Schleusenanlagen, 135 Brücken und ein „Auslass“ unterstehen. Dabei ist das WSA Braunschweig für Bau, Betrieb und Unterhaltung dieser Anlagen verantwortlich. Die Arbeit teilt sich auf drei Außenbezirke auf, die in Sehnde, Lohnde und Thune sind, sowie auf einen Bauhof in Anderten.  Als Besonderheit gibt es noch zwei Leineüberführungen, die verhindern, dass der Mittellandkanal (MLK) den Fluss kreuzen muss.

Das „Auslassbauwerk“ im Zuständigkeitsbereich dient der Regulierung des Wasserstandes im MLK, der neben dem Regenwasser auch zahlreiche Einleitungen erhält. Gespeist wird der Kanal grundsätzlich aus dem Wasser der Weser, das man einfach einleitet. Die drei Schleusen sind unterschiedlich lange im täglichen Betrieb. In Bolzum, Linden und Anderten  wird rund um die Uhr geschleust, in Salzgitter nur 16 Stunden. Geplant ist eine Leitzentrale in Anderten, die dann alle Schleusensteuerungen im Bereich de WSA Braunschweig übernimmt. Auch für die Betriebssicherheit und die Hindernisfreiheit ist das WSA in seinem Bereich verantwortlich und arbeitet dazu eng kit der übrig gebliebenen Wasserschutzpolizei zusammen. Insgesamt hat das WSA Braunschweig rund 200 Mitarbeiter, wovon 40 in Sehnde arbeiten – in drei Kolonnen in Sehnde, Anderten und Mehrum. Auch eine Ausbildung für junge Leute erfolgt in Sehnde, was auf großes Interesse stieß, da von den drei Lehrstellen in Sehnde keine Kenntnis bestand.

An der Schleuse wurde über Naturschutz und Ausbau des Kanals gesprochen – Foto: JPH

Natürlich war auch die Entwicklung der Schleuse Bolzum und vor allem der Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim ein aktuelles Thema. So schleust das neue Bauwerk rund 600- bis 700 000 Tonnen jährlich, wobei sich der Verkehr nach der Eröffnung des Neubaus nicht verändert hat. Die Schleuse in Salzgitter liegt von der Tonnage darunter – wird aber ausgebaut; sogar der kleine Elbe-Lübeck-Kanal wird vergrößert. Der Stichkanal nach Hildesheim dagegen ist in der Priorität im Bundesverkehrswegeplan eine Stufe nach unten gerutscht, das heißt, Ausbau bei Bedarf. Dabei sieht Röben für das Jahr 2030 einen insgesamt gesteigerten Bedarf an leistungsfähigen Wasserstraßen, denn dann sind Straßen und Bahn an ihrer Leistungsgrenze, und Potential gibt es nur noch bei den Wasserstraßen.

Natürlich kam auch das Thema „Baden im MLK“ zur Sprache. Dabei musste Röben die Besucher jedoch enttäuschen, denn das Baden im MLK ist nur in 100 Meter Entfernung von Bauwerken erlaubt, wobei die gelben Leitern alle 50 Meter „ausschließlich Ausstiegshilfen für ins Wasser gefallene Leute sind, keine Badeeinstiege“.

Nachdem die Fragen zum Aufgabenbereich ausgiebig erörtert waren, besuchte die Gruppe noch die alte und neuen Schleuse. Dort erklärte Röben, dass man die Möglichkeiten, sich über die historische und  denkmalgeschützte alte Schleuse zu informieren, ausbauen wolle. Nach einem Besuch auch am Neubau verließen die Besucher mit vielen neuen Informationen dann den Schleusenbereich und es war erkennbar, dass man sich für den Ausbau des Seitenkanals nach Hildesheim aus mehreren Gründen stark machen müsse.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.