Sicher Grillen am Vatertag

8. Mai 2018 @

Ob Bratwurst oder Steak – Grillen gehört für die meisten Männer an Himmelfahrt, auch Herren- oder Vatertag genannt, zu einer ausgiebigen Tour mit Bollerwagen und Bier dazu. Wohin man schaut, überall glüht die Holzkohle oder lodert das Feuer im Gasgrill: im Garten, im Park, am Strand.

Auch beim Grillen im Garten ist Umsicht geboten – Foto: JPH/Archiv

Doch das Vergnügen ist nicht ganz ungefährlich: Jährlich verletzen sich mehrere tausend Menschen beim leichtsinnigen Umgang mit dem Feuer. Stichflammen oder Verpuffungen entstehen zum Beispiel, wenn ungeduldige Grillmeister Spiritus auf die glühenden Kohlen schütten. Schwere Brandblasen können entstehen, wenn besonders Hungrige das Fleisch mit den Händen vom Rost nehmen, statt mit der Grillzange.
Ein Gasgrill kann explodieren. Daher sollte man die Gasflasche überprüfen lassen und leere Flaschen sofort entsorgen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Grill – egal, ob Holzkohle oder Gas – einen sicheren Stand hat. Am besten in der Nähe des Grills einen Eimer Wasser platzieren.

„Bei schweren, großflächigen Verbrennungen sowie bei Verbrennungen im Gesicht, an den Händen oder den Genitalien sofort den Rettungsdienst rufen“, empfiehlt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen und Notfallsanitäter. Auch bei Verletzungen, die größer sind als ein Handteller, sollte in jedem Fall professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. „Bei kleinflächigen Brandverletzungen, beispielsweise an den Fingern, kann zur sofortigen Schmerzlinderung die Verbrennung mit normal temperiertem Wasser etwa zwei Minuten gekühlt werden. Große Brandwunden nicht kühlen, es besteht die Gefahr der Unterkühlung sowie einer starken Belastung des Kreislaufs“, betont Enke.

Offene Wunden sollten schnell steril abgedeckt werden, damit sie sich nicht entzünden. Dafür eignet sich etwa ein steriles Verbandstuch aus dem PKW-Verbandskasten.

In schwereren Fällen umgehend die 112 anrufen – Foto: JPH

Vorsicht ist geboten, wenn Kinder dabei sind. „Grundsätzlich gilt: Kinder weg vom Grill! Besonders umstehende kleine Kinder sind gefährdet, wenn sich der Grillrost auf ihrer Kopfhöhe befindet“, warnt der Fachmann. Plötzlich entstehende Flammen könnten sie im Gesicht schwer verletzen. „Im Ernstfall gilt: Sofort die 112 anrufen!“

Wenn die Kleidung einer Person durch Stichflammen Feuer gefangen hat, ist schnelles Handeln lebensrettend: Mit einer Decke lassen sich die Flammen ersticken. Helfer sollten die Person auf dem Boden hin und her wälzen und sie auch mit Wasser übergießen. Eine weitere Gefahr droht bei schweren, großflächigen Verbrennungen sowie bei Gesichtsverbrennungen: „Häufig sind Atem- und Kreislaufstörungen die Folge. Deshalb sollten Ersthelfer unbedingt Atmung und Kreislauf der verletzten Person beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft“, rät Enke.

Wie man in solchen Situationen richtig handelt, erfährt man bei einem Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter. Weitere Informationen und Anmeldung unter der kostenfreien Rufnummer 0800/ 0019 214 oder online buchen im Internet.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.