Rote Taschen in Sehndes Mittelstraße: Equal Pay Day

19. März 2016 @

Der Equal Pay Day ist in Sehnde wegen des Wochenendes und des Marktes um eine Tag vorgezogen worden. Deshalb standen mehrere Vertreter des Bündnis für Familie und anderer Verbände an einem Info-Stand auf dem Marktplatz und verteilten Info-Material zum Thema an die Sehnder und Sehnderinnen, um auf den Missstand in unserem Staat aufmerksam zu machen.

Srah Peters (re.) erklärt Margarete Harstick (2.v.re.) geiemsam mit Angelika Thomaier und Renate Grethe (v.li.) die Verdienstsituation von Frauen - Foto: JPH

Srah Peters (re.) erklärt Margarete Harstick (2.v.re.) geiemsam mit Angelika Thomaier und Renate Grethe (v.li.) die Verdienstsituation von Frauen – Foto: JPH

Von 10 bis 12 Uhr, bei zunehmend kaltem Wind, waren neben der Gleichstellungsbeauftragten Sarah Peters unter anderem Renate und Hans-Jürgen Grethe, Birgit Luck und Ratsfrau Angelika Thomaier am Markt präsent und informierten die Passanten über den Hintergrund dieses Tages. Angenommen, Männer und Frauen haben dieselbe Tätigkeit, dann steht dieser Tag für den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen umsonst gearbeitet haben, während Männer bereits ab dem 1. Januar entlohnt wurden. Denn immer noch bekommen die weiblichen Arbeitnehmer aktuell 21,6 Prozent weniger Stundenlohn in Deutschland, was 79 Tagen entspricht. Auf diese Ungerechtigkeit in der Bezahlung weist erneut der Arbeitskreis Frauen für Sehnde hin.

Der Berufsweg der frauen (rechts) ist von zahlreichen "Unterbrechungen" gekennzeichnet - Foto: JPH

Der Berufsweg der Frauen (rechts) ist von zahlreichen „Unterbrechungen“ gekennzeichnet – Foto: JPH

„Das wirkt sich natürlich auch bei der Rente aus“, sagt Peters und zeigt in einer Zeichnung auf der Straße vor dem Stand die Brüche im Lebens- und Karriereweg von Frauen auf: Berufsausbildung – Hochzeit – Kinder – Teilzeit – Pflege Angehöriger, alles Stationen, die die Einkommens- und Rentensituation von Arbeitnehmerinnen beeinflussen. „So haben Frauen vielfach heute noch etwa 54 Prozent Rente weniger. Das war früher üblich, weil durch das Steuerklassensplitting beim Einkommen die Frauen meistens die schlechtere Steuerklasse hatten“, so Peters. Abhilfe können laut Renate Grethe Betriebsvereinbarungen oder Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaften und Betriebsräte bringen – oder natürlich einen deutliche Änderung der Gesetzeslage, die nicht nur die „Quote“ festschreibt, sondern auch die Gehaltsunterschiede abschafft. Problem dabei: Die oft geltend gemachten „Berufserfahrungsjahre“.

Viele Diskussionen, regen Zuspruch und viel Bekanntheit registrierten die Besetzer des Standes in den zwei Stunden vor Ort. „Wir haben 80 rote Taschen bestellt, die sind bis auf rund fünf alle weg“, so Peters, „und viele Leute kannten die Bedeutung schon.“ Und wer es nicht wusste, bekam die Antwort prompt am Stand – ausführlich und fundiert. Und es regte sich dann kein Widerspruch – die Zahl der Unterstützer wächst.

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