Rasenmäher und -roboter sind Gefahr für Igel, Eidechsen, Blindschleichen & Co.

18. Juli 2018 @

Im Sommer brummt und dröhnt es in Niedersachsens Gärten. Pünktlich alle zwei Wochen röhren Rasenmäher und rollen Mähroboter über den Rasen hinterm Haus und machen alles kurz und klein – inklusive der Tiere. Der Mähwahnsinn ist in vollem Gange. Die Sommerzeit ist fürwahr eine gefährliche Zeit für die tierischen Garten- und Wiesenbewohner. Räumlich- und zeitversetztes Mähen sowie mehr Handarbeit als laute Maschinen können helfen.

Einfach mal nicht mähen, dann kommen auch die Schmetterlinge wieder – Foto: Red

Zwar trimmen die automatisch sich durchs Gras windenden Mähroboter den englischen Rasen zuverlässig in Form. Doch in Punkto Sicherheit fallen viele Exemplare durch. Denn die Mäher machen weder vor spielenden Kindern, deren Finger unters Messer geraten können, noch vor kleinen Tieren halt. Für Igel, Spinnen, Eidechsen oder Blindschleichen sind sie eine tödliche Gefahr. Bei Stiftung Warentest erhielten jüngst acht geprüfte Geräte bei der Sicherheit nur ein „ausreichend“, zwei vielen glatt durch, so der NABU. „Bei kleinen Tieren machen die Mähroboter kurzen Prozess“, warnt Matthias Freter vom NABU. Sie werden teils überrollt, verstümmelt und getötet. Laufen die Mähroboter nachts oder in der Dämmerung, sind besonders nachtaktive Igel gefährdet. Auch wer mit seinen Freischneidern oder Fadenmähern unbedacht unter Hecken sauber macht, kann schlafende Igel verletzen oder töten, warnt der NABU.

Wer ein bisschen mehr Wildnis wagt, Blüten stehen lässt und nur Fußwege im Garten häufiger mäht, schafft mitunter ein kleines Paradies für Raupen und Schmetterlinge, Blindschleichen, Wildbienen und Spinnentiere. „Wilde Ecken einfach mal stehen lassen, lautet die Devise“, so Matthias Freter. Diese böten Tieren einen Rückzugsraum sowie ein Nahrungsangebot. Die Vielfalt macht den Unterschied. Wer glaubt, dass Naturschutz im Garten anstrengend ist und Unordnung verursacht, liegt falsch. Schon mit kleinen Handgriffen lassen sich tolle Erfolge erzielen, die Freude machen und für Entspannung sorgen. Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden etwa oder eine Igel-Ecke, an der auch Kinder Spaß haben. Essbare Wildkräuter können im Garten bleiben und den Speiseplan ergänzen. Gleichzeitig liefern sie Blüten für Hummeln und Schmetterlinge, über die wir uns im Garten freuen. Vielfalt fördert auch das Naturerlebnis. Tiere zu beobachten geht nirgendwo leichter als im eigenen Garten.

Weitere Infos und Tipps zur Gartengestaltung gibt es beim NABU im Internet.

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