Neuer Seenotrettungskreuzer für die Schleimündung auf Kiel gelegt

28. März 2017 @

Für Andrea Vogt ist es eine ganz besondere Aufgabe gewesen: Einer Schiffbautradition folgend, legte die Justiziarin der Seenotretter am Freitag, 24. März, in eine Rumpfsektion des neuen Seenotrettungskreuzers SK 39 eine Münze ein. Das Geldstück soll den Schiffbauern, aber auch der künftigen Besatzung Glück verheißen. Zur Kiellegung von SK 39 führte Andrea Vogt den letzten Willen der Erblasserin aus, deren Nachlass den jüngsten Neubau der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für das Revier an der Schleimündung finanziert.

Kiellegung des Seenotrettungskreuzers SK 39: DGzRS-Justiziarin Andrea Vogt legt eine Glück verheißende Münze in eine Sektion des Rumpfes ein. Ihr zur Seite stehen Inspektor Holger Freese (v. li.), Seenotretter Sven Detlefsen, Vorsitzer Gerhard Harder und Seenotretter Stephan Brammer – Foto: DGzRS – Die Seenotretter, Martin Stöver

„Zuwendungen aus Nachlässen sind nicht nur ein ganz wesentlicher Bestandteil der Finanzierung der Seenotretter. Sie sind auch ein sehr großer Vertrauensbeweis“, sagte Vogt bei der traditionellen Zeremonie auf der Werft Fr. Fassmer in Berne an der Unterweser.

Mit großer Kompetenz und jahrzehntelanger Erfahrung begleitet sie Menschen, die ihren Nachlass zugunsten der Seenotretter regeln möchten. Und sie sorgt dafür, dass nach dem Tod alles genau so umgesetzt wird, wie es sich der Verstorbene gewünscht hat. „Wir kümmern uns um das Erbe, als wenn es ein Trauerfall in der eigenen Familie wäre, sorgfältig, zuverlässig und absolut vertraulich. Das ist meine tägliche Arbeit. Den traditionellen symbolischen Baubeginn einer neuen Rettungseinheit selbst vorzunehmen, ist hingegen auch für mich etwas sehr Besonderes.“ Auch die eingelegte Münze, ein „Bremer Groten“ von 1840, stammt aus einem Nachlass zugunsten der Seenotretter.

Zweckgebundene Erbschaften ermöglichen den gezielten Neubau moderner Schiffe für Einsätze bei jedem Wetter, rund um die Uhr. „Wer seine Hochachtung vor der Selbstlosigkeit, dem Mut und der gleichzeitigen Bescheidenheit unserer Besatzungen in seinem letzten Willen Ausdruck verleiht, dem gebührt unser ganz besonderer Dank“, sagte Gerhard Harder, ehrenamtlicher Vorsitzender der Seenotretter, bei der Kiellegung des neuen Seenotrettungskreuzers der 20-Meter-Klasse.

Das inzwischen sechste Spezialschiff dieses bewährten kompakten Typs ist im Zuge der ständigen Modernisierung der Rettungsflotte als Nachfolger der in Maasholm stationierten „Nis Randers“ vorgesehen. Der neue Seenotrettungskreuzer mit der internen Bezeichnung SK 39 soll Ende Mai 2018, rund 153 Jahre nach Gründung der DGzRS, im Rahmen einer Tagung der Seenotretter in Flensburg feierlich getauft und in Dienst gestellt werden.

Seinen künftigen Liegeplatz wird SK 39 in dem im Ausbau befindlichen Hafen Olpenitz an der Schleimündung haben. Die Seenotretter teilen dann ihre bisherige Doppelstation Maasholm. Das in Maasholm liegende Seenotrettungsboot, das hauptsächlich Einsätze im Nahbereich und schleiaufwärts fährt, liegt auch künftig im dortigen Fischereihafen. Der Seenotrettungskreuzer hingegen verliert im viel befahrenen Revierteil zwischen Maasholm und Schleimünde bisher wertvolle Zeit, da er nur mit stark reduzierter Geschwindigkeit auslaufen kann. Der künftige Liegeplatz in Olpenitz ist deshalb rettungsdienstlich von Vorteil.

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