NABU: Spatz bleibt häufigster Gartenvogel

3. Juni 2017 @

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am zweiten Mai-Wochenende vom 12. bis 14. Mai stattfand. Das Endergebnis liegt heute vor: 7129 Teilnehmer haben aus 4422 Gärten in Niedersachsen Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,5 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. Nach der Saison 2010 gab es in diesem Jahr die größte Beteiligung an der „Stunde der Gartenvögel“. Die „Stunde der Gartenvögel“ wird immer beliebter.

Spatz nach wie vor häufigster Gartenbesucher – Foto: GAH

„Der NABU Niedersachsen freut sich nicht nur über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme zu besserer Kenntnis der Vogelwelt führt. Das lässt auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen für eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschließen“, sagte Ulrich Thüre, Pressesprecher des NABU Niedersachsen.

Mit durchschnittlich 37,59 Vögeln pro Garten wurden in diesem Jahr nur 0,5 Prozent weniger Vögel pro Garten gezählt als im vergangenen Mai. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen Zählergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen Stunde der Wintervögel festgestellten auffälligen Fehlen von Vögeln am Futterhäuschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 17 Prozent unter dem Vorjahr oder 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Die  erhoffte eindeutige Erklärung für das Fehlen der Wintervögel konnte die Mai-Zählung nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit sechs bis 30 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war“, so NABU-Pressesprecher Ulrich Thüre. Insgesamt zeige das Ergebnis, dass  von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjährige Bestandszu- oder –abnahmen geschlossen werden könne.

Die Amseln gehören zu den Verlieren – Foto: JPH

Mauersegler und Mehlschwalbe, die über Jahre stark abgenommen hatten, trotzten den allgemein in diesem Jahr etwas niedrigeren Zahlen und wurden um 47 Prozent (Mauersegler) und um 39 Prozent (Mehlschwalbe) häufiger gesehen als im Vorjahr. Leider reicht dieses Hoffnungszeichen noch nicht, um den langjährig abnehmenden Trend umzukehren. „Der Verlust von Nistplätzen an Gebäuden und ein starker Rückgang ihrer Fluginsektennahrung macht ihnen zu schaffen. Gerade Insektenfresser leiden unter einem stark verminderten Nahrungsangebot“, so Thüre. Gerade beim Mauersegler sei zu beobachten, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr besonders im Norden deutlich höher seien, während sie im Süden der Bundesrepublik im Bereich des Vorjahres lägen. Hier zeigt sich der Einfluss der Witterung auf die Zählergebnisse eines einzelnen Jahres. Im Norden war 2016 vermutlich schlechteres Flugwetter für diesen spezialisierten Luftakrobaten.

Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, Grünfink und Hausrotschwanz setzen sich fort. Die ursprünglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht werden häufiger in Gärten gezählt, während die bisher beobachtete starke Bevölkerungszunahme beim Feldsperling zum Stillstand gekommen ist. Während sich aber bei den Vögeln unserer Dörfer und Städte über die Jahre Zu- und Abnahmen die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die Bestände typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Die nächste „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.

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