NABU rät Freizeitgärtnern zum Verzicht auf Glyphosat

5. Juli 2017 @

In Deutschland werden jährlich über 7000 Tonnen Pestizide in Haus- und Kleingärten verwendet. Ganz vorne mit dabei: Glyphosat, das Totalherbizid, das seit Jahren Schlagzeilen macht durch seine möglichen Risiken für Mensch und Natur. Über 70 Tonnen dieses Wirkstoffs werden hierzulande pro Jahr durch Privatanwender ausgebracht, in 44 Produkten ist das Gift für nicht-berufliche Anwender zugelassen, teilt der NABU mit.

Ohne Bienen gäbe es keine Früchte und Honigprodukte; Gifte setzen ihnen zu – Foto: JPH/Archiv

Der NABU hatte 2015 in einer Online-Aktion an Baumärkte und Gartencenter appelliert, Glyphosat auszulisten. Fast alle großen Märkte haben reagiert und bieten das Herbizid nicht mehr an. „Das gestiegene Umweltbewusstsein der Verbraucher und der Protest des NABU zur Auslistung glyphosathaltiger Produkte aus dem stationären Handel zeigen erste Früchte. Mittlerweile verkauft ein Großteil der Baumärkte kein Glyphosat mehr“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Leider hinke der Online-Handel dieser Entwicklung hinterher. Nach NABU-Recherchen ist es nach wie vor möglich, über Online-Shops eine Vielzahl glyphosathaltiger Produkte zu bestellen.

Vor diesem Hintergrund appelliert der NABU erneut an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, den Privatgebrauch von Glyphosat zu verbieten. Andere EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich oder Belgien wollen die Anwendung für den Privatgebrauch komplett untersagen.

Negative ökologische Folgen werden durch das oftmals geringe Fachwissen von Freizeitgärtnern beim Umgang mit Pestiziden teilweise noch verstärkt. Dabei seien sich wohl die wenigsten Nutzer darüber im Klaren, dass Fehlanwendungen zu einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro führen können. Auch die falsche Entsorgung von Resten und Behältnissen stelle ein ernstzunehmendes Problem dar: „Nur ein Bruchteil der Anwender bringt die Produkte zu Sondermüllannahmestellen“, so NABU-Pestizidexperte Till-David Schade.

In einer Online-Meldeaktion ruft der NABU Hobbygärtner dazu auf, Unternehmen zu nennen, wo Produkte mit Glyphosat und anderen Giften noch erhältlich sind. Die Eingabe entsprechender Meldungen ist im Internet möglich.

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