Mitgliederversammlung der Ortsfeuerwehr Wassel – Gurkasch lobt gute Zusammenarbeit der Ortswehren

7. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Die Ortsfeuerwehr Wassel hat am Freitag ihre Mitgliederversammlung im Dorfgemeinschaftshaus abgehalten. Dabei gab es neben dem Jahresbericht des Ortsbrandmeisters Karsten Gurkasch auch weitere Berichte der „Spezialisten“. Am Ende standen dann auch dieses Mal wieder die Ehrungen und Beförderungen.

Mehrere Einsätze verzeichnete die Ortswehr - Foto: JPH

Mehrere Einsätze verzeichnete die Ortswehr – Foto: JPH

Auf 13 Einsätze blickte Ortsbrandmeister Karsten Gurkasch in seinem Bericht vom vergangenen Jahr zurück. Im eigenen Ortsgebiet wurde die Ortswehr dreimal gefordert. Eine Trageunterstützung für den Rettungsdienst, bei dem eine hochschwangere Frau in einen Rettungswagen getragen werden musste, absolvierte die Feuerwehr am 31. März um 3 Uhr nachts. Am 19. Juli kam es zu einem ABC Einsatz. Ein Quecksilberthermometer war heruntergefallen und der hochgiftige Stoff trat aus. Mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr, die mit Spezialgerät anrückte, wurde der Stoff aufgenommen. Der Brand eines Aktenvernichters am 19. September in einem Büro ging glimpflich aus, da ein aufmerksamer Nachbar den Rauch aus dem Fenster ziehen sah, die ahnungslosen Anwohner warnte und die Feuerwehr alarmierte.

Die Wasseler Ortswehr nahm an zwei Alarmübungen teil. Die eine war bei einem Unternehmen im Industriegebiet von Höver, die andere erfolgte zusammen mit den Ortsfeuerwehren aus Bilm und Sehnde in Wassel. Ein großer Dank von Gurkasch ging hierbei auch an die anwesenden Ortsbrandmeister aus dem eigenen Löschbezirk Bilm, Höver, Ilten sowie Sehnde für die sehr gute und freundschaftliche Zusammenarbeit, die sich nicht nur bei Einsätzen sondern auch bei gemeinsamen Übungsdiensten wiederspiegelt.

Auch einige Kameraden aus der Partnerfeuerwehr in Wahlitz/Gommern in Sachsen-Anhalt waren der Einladung nach Wassel gefolgt und deren Wehrleiter Heiner Wolter berichtete den hiesigen Kameraden über deren vergangenes Jahr.

Besonders erfreulich zeigte sich Gurkasch, dass mit Tabea Bettmann, Mara Paisdzior, Kai Möller, Feodor Nussbaum und Christoph Möller fünf Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden wollten. Ebenfalls neu in die Einsatzabteilung gekommen sind Philine Stradtmann, Marcel Stolze und als „Quereinsteigerin“ Sylvia Möller, die auch gleich den Sprechfunkerlehrgang ablegte. Die Lehrgangssituation an der Feuerwehrschule allerdings sei sehr unbefriedigend, so Gurkasch. Im Jahr 2015 hat die Ortswehr lediglich zwei Lehrgänge zugewiesen bekommen. Dieses Jahr sei für seinen Verantwortungsbereich bis jetzt gar kein Lehrgang vorgesehen, bemängelte der Ortsbrandmeister.

Ortsbrandmeister Karsten Gurkasch mit Feodor Nussbaum, Matthias Wolff, Tabea Bettmann, Friedhelm Schuldig, Sylvia Möller, Christian Bettmann, Erich Busche, Stadtbrandmeister Jochen Köpfer und dem stellevertretenden Ortsbrandmeister Chris Rühmkorf (v.li.) – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Ortsbrandmeister Karsten Gurkasch mit Feodor Nussbaum, Matthias Wolff, Tabea Bettmann, Friedhelm Schuldig, Sylvia Möller, Christian Bettmann, Erich Busche, Stadtbrandmeister Jochen Köpfer und dem stellevertretenden Ortsbrandmeister Chris Rühmkorf (v.li.) – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Desweiteren fügte er hinzu, dass die Ortsfeuerwehr Wassel die einzige Wehr sei, die zusätzlich zur Einsatzabteilung, die aktuell aus 43 aktiven Kameradinnen und Kameraden bestehe, einen Musikzug, eine Kinder- und Jugendfeuerwehr habe, aber dafür über kein geeignetes Transportmittel verfüge. Hier appellierte er an die Stadtverwaltung, dass es wünschenswert wäre, wenn dort in Form eines spendenfinanzierten „Jugendfeuerwehrmobils“ Abhilfe geschaffen werden könnte, damit nicht alle Fahrten mit den Privatwagen erfolgen müssten.

Auch über bauliche Maßnahmen am 30 Jahre alten Feuerwehrhaus müsse man sich Gedanken machen. Es finden immer mehr Frauen den Weg in die Feuerwehr, die aber aufgrund der nicht vorhandenen Umkleidemöglichkeiten in der Toilette oder im Schulungsraum die Kleidung wechseln müssten. Dazu kommt noch, dass die Einsatzkräfte ihre Einsatzkleidung teilweise mit nach Hause nehmen müssen, weil es schlichtweg keinen Stauplatz mehr im Gebäude gebe. Die Beschaffung von Spinden, die im Sehnder Haushalt eingestellt waren, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. „Wir haben einen akzeptablen Standard, dürfen aber nicht vergessen, mit der Zeit zu Gehen“, so Gurkasch zu diesem Problemfeld.

Auch ins Dorfleben hat sich die Feuerwehr 2015 wieder eingebracht. So wurde zusammen mit dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Wassel das Osterfeuer und der Weihnachtsmarkt ausgerichtet. Die Verkehrssicherung für das Schützenfest und den Laternenumzug sowie der Brandsicherheitswachdienst beim Krippenspiel wurden selbstverständlich auch wieder übernommen.

Ein besonderes Event war die Veranstaltung „Schlag den Ortsbrandmeister“. Dabei forderte die Kinderfeuerwehr den Ortsbrandmeister in mehreren Disziplinen, wie Sackhüpfen, Bobby-Car fahren oder Riesenmikado, heraus. Trotz aller Anstrengungen setzte sich hierbei der Ortsbrandmeister nicht durch und lud die Kinder nach ihrem verdienten Sieg zu einem Eis ein. Die stellvertretene Kinderfeuerwehrwartin Sylvia Möller deutete an, dass es eine Wiederholung geben wird, in der dann auch der stellvertretende Ortsbrandmeister Chris Rühmkorf gegen die Gruppe der Wasseler „Feuerfalken“ antreten soll.

Beim Bonbon-Schießen hatte Gurkasch (2.v.re.) keine Chance gegen die Kinder - Foto: FFw Wassel/Archiv

Beim Bonbon-Schießen hatte Gurkasch (2.v.re.) keine Chance gegen die Kinder – Foto: FFw Wassel/Archiv

Auf Stadtebene erfolgte die Winterolympiade der Kinder- und Jugendfeuerwehren, bei der die Kinderfeuerwehr Wassel als Sieger hervorging. Desweiteren hat die Wehr den Heinrich Hüsich Gedächtnispokal und, wie schon Jahr im zuvor, die Jahresabschlusssitzung des Stadtkommandos ausgerichtet.

Musikalisch begleitet wurde die Mitgliederversammlung wie immer vom eigenen Musikzug, der mit 24 Mitgliedern noch sehr gut aufgestellt ist. Dabei geht allerdings die Schere zwischen Alt und Jung immer weiter auseinander, wie Musikzugführer Fritz Rathmann berichtete. Mehrere Auftritte auf Geburtstagen, aber auch eher traurige Anlässe, wie Beerdigungen, sowie ein Konzert in Bilm füllten das Jahr der „Spezialtruppe“ aus.

Am Schluss standen auch wieder Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung. So wurden Christian Bettmann und Friedhelm Schuldig zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Matthias Wolff konnte zum Hauptfeuerwehrmann und Tabea Bettmann, Feodor Nussbaum sowie Sylvia Möller zum Feuerwehrmann und zur Feuerwehrfrau befördert werden. Für 60-jährige Mitgliedschaft ehrte der Ortsbrandmeister dann schließlich Erich Busche sowie Dietrich Rühmkorf.

Nach dem offiziellen Teil fand die Versammlung einen gemütlichen Ausklang.

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