IVENA im Internet: Notaufnahme- und Versorgungskapazitäten der Region teilweise öffentlich

9. August 2017 @

Welche Bereiche in hannoverschen Kliniken haben noch Kapazitäten? Welche Notaufnahmen sind zuletzt häufiger angefahren worden? Oft gab es darum auch politischen Streit. Dank der Softwarelösung IVENA hat die Regionsleitstelle das jetzt alles im Blick. Künftig hat aber auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, einen Teil dieser sie betreffenden Daten einzusehen.

Das web-basierte Rettungs- und Versorgungsmeldesystem IVENA ist seit gestern teilweise öffentlich über das Internet einsehbar. In der inzwischen zweijährigen Phase konnten durch die Darstellung der tatsächlich freien Kapazitäten an Betten und medizinischen Geräten in Echtzeit eine schnellere Versorgung, kürzere Wege und damit eine Optimierung der Rettungs- und Versorgungsprozesse ermöglicht werden.

Welche Kapazitäten sind da und welche Klinik soll man anfahren – da hilft IVENA – Foto: JPH

„Ich freue mich sehr, dass der 2015 durch die SPD-Regionsfraktion Hannover initiierte Startschuss für ein entsprechendes Meldesystem nun zu einem offensichtlichen Erfolg geführt hat“, teilt der Sprecher der SPD-Regionsfraktion Hannover für Feuerschutz, Rettungswesen und allgemeine Ordnungsangelegenheiten, Jürgen Buchholz, mit. Er ist von der Sinnhaftigkeit des öffentlichen Teils des Systems überzeugt.

Doch anders sieht das der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernward Schlossarek aus Lehrte. Er meint, der große Wurf ist es noch nicht – denn das Hauptproblem wird durch die Darstellung nicht gelöst:Fachstationen werden abgemeldet, Engpässe und Versorgungseinschränkungen können auftreten. IVENA kann nur das Problem aufzeigen, aber leider nicht lösen“, erklärt Schlossarek.

Bernward Schlossarek sieht noch Entwicklungsmöglichkeiten – Foto: CDU

Das Thema der geschlossenen Notfallambulanzen und abgemeldeten Fachabteilungen in den Krankenhäusern der Region Hannover besteht der CDU zufolge schon seit längerer Zeit. „Die Ursachen für Abmeldungen in den Krankenhäusern scheinen sehr vielfältig zu sein. Personalmangel, zu wenig Planbetten und verstopfte Notaufnahmen durch keine echten Notfallpatienten sind mögliche Gründe für die Missstände“, so Schlossarek. Seiner Ansicht nach solle an dieser Stelle ein „Runder Tisch“ zur Notfallversorgung ansetzen. Er soll nach Wünschen von Schlossarek die Aufgabe bekommen, konzeptionelle Überlegungen zur Notfallversorgung anzustellen und gerechte Lösungen für Patienten und ärztliche Versorger zu finden. „Das Optimum wäre, wenn IVENA auch abfragt und zeigt, warum Betten gesperrt sind und nicht zur Verfügung stehen. Diese Informationen sind die wirklich interessanten und würden einen echten Mehrwert zur Ursachenbehebung von Engpässen in den Kliniken liefern“, sagt Schlossarek abschließend.

Über eine Weiterentwicklung des Systems in diese Richtung muss demnach also noch gesprochen werden – es sei denn, diese Informationen sind bereits vorhanden, aber nicht öffentlich.

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