Herzensbrecher aufgetaucht!

4. Mai 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Im Erlebnis-Zoo Hannover ist ein echter Herzensbrecher aufgetaucht. Besser gesagt: Er taucht dort etwa alle 20 Sekunden auf, wenn er an die Wasseroberfläche schnellt, um Luft zu holen. Winzig, etwa 35 Kilogramm schwer, große Nase, kleine Ohren, kurze Beine und einfach zum Verlieben: Zum ersten Mal seit zehn Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den Flusspferden.

Champ und Cherry in ihrem gemeinsamen Becken - Foto: Zoo Hannover

Champ und Cherry in ihrem gemeinsamen Becken – Foto: Zoo Hannover

Das Geschlecht des Kleinen ist noch unbekannt, einen „Arbeitstitel“ hat es trotzdem schon: Champ – weil es im Wasser wie ein Champagner-Korken nach oben schnellt. Und weil es schon nach wenigen Tagen ein klarer Gewinnertyp ist, eben ein Champion im Herzensbrechen.

Mutter Cherry (18) hatte acht Monate lang ein großes Geheimnis um ihren Zustand gemacht. Zwar waren der neue Bulle Max aus dem Opel-Zoo Kronberg und Cherry einander gleich des Öfteren sehr zugetan, aber da es keinen Schwangerschaftstest für Flusspferde gibt, blieb es spannend. Auch äußerlich ist einer Flusspferdkuh eine Trächtigkeit nicht anzusehen. Bei einem zwei Tonnen schweren Tiere fallen die 35 bis 50 Kilogramm, die ein Kalb wiegt, nicht weiter auf. Aber dann kam der 18. April. Als die Tierpfleger an jenem Montagmorgen den Stall betraten, fanden sie Cherry mit ihrem gerade Neugeborenen, das sie sanft mit ihrer breiten Schnauze in Richtung Wasser schubste.

Flusspferdbabys können schon wenige Minuten nach der Geburt laufen, ihrer Mutter ins tiefe Wasser folgen und sogar unter Wasser Milch trinken. In den ersten Tagen halten sich Mutter und Kind immer deutlich abseits von den Artgenossen, damit sich das Neugeborene auf die Mutter prägen kann. Auch hier im Zoo haben Cherry und ihr Nachwuchs die ersten zwei Wochen in aller Ruhe allein im Mutter-Kind-Becken verbracht. Flusspferdbabys nehmen ihre Mutter anfangs nur als großes Etwas wahr und neigen dazu, allem hinterher zu laufen, was groß und dunkel ist. In der Prägungsphase muss das Baby seine Mutter daher so gut kennen lernen, dass es sie von allen anderen Flusspferden unterscheiden kann. Erst dann schließen sich Mutter und Kind wieder der Gruppe an.

Mittlerweile haben sich Cherry und ihr Nachwuchs bestens aneinander gewöhnt, das Kleine kennt alle Ecken des Beckens, weiß, wo die Flachwasserzone ist und wo es an Land geht.

Sechs bis acht Monate wird ein Flusspferdbaby von seiner Mutter gesäugt. Im Erlebnis-Zoo Hannover können die Besucher jetzt durch die Glasscheiben im Hippo-Canyon beobachten, wie das Baby unter Wasser bei Cherry trinkt und dann wie ein Champagner-Korken zum Luft holen wieder nach oben schießt. Bis fest steht, ob das Baby ein Junge oder ein Mädchen ist, behält es den Kosenamen „Champ“. Findet sich ein Pate für das Hippo-Baby, kann der den endgültigen Namen für das Flusspferdchen auswählen.

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