Hannover 96 schließt 36 Mitglieder aus – Rechtsmittel angekündigt

12. Dezember 2017 @

Das ist ein konsequenter Schritt: Der Vorstand von Hannover 96 beschließt den Ausschluss von gewaltbereiten Mitgliedern aus den eigenen Reihen. Der Ausschluss erfolgte laut Mitteilung von Hannover 96 aus Grund eines Vorfalles aus dem November 2016 und setzt damit neue Maßstäbe.

Bundesligist Hannover 96

Klare Aktion gegen Gewalt – Foto: Red

Der Vorstand von Hannover 96 heute hat einstimmig beschlossen, 36 Mitglieder aus dem Verein auszuschließen. Den betroffenen Mitgliedern ist diese Entscheidung heute zeitgleich schriftlich mitgeteilt worden. Sie gehörten am 4. November vergangenen Jahres zu einer Gruppe von 96-Fans, die sich im Vorfeld des Fußball-Zweitligaspiels zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 abends auf einem Parkplatz in Hildesheim mit dem Bestreben getroffen hat, Gewalttätigkeiten mit Braunschweiger Anhängern auszutauschen. Dies wurde seinerzeit von der Polizei aufgedeckt, dank eines umfassenden Polizeieinsatzes konnten diese Gewalttätigkeiten dann glücklicherweise rechtzeitig verhindert werden.

Der Deutsche Fußball-Bund hat daraufhin gegen 143 in Hildesheim anwesende 96-Fans ein bundesweites Stadionverbot erteilt, das Spiele bis hinunter zur 4. Liga betrifft. 36 dieser Personen waren zudem Mitglieder bei Hannover 96 gewesen, die mit ihrer Gewaltbereitschaft gegen das in der Vereinssatzung verankerte Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung verstießen und sich damit grob vereinsschädigend verhalten haben. Insbesondere auch deshalb, weil regionale wie überregionale Medien über den Vorfall im Zusammenhang mit Hannover 96 berichtet haben. In ihren Anhörungsschreiben vor dem Ausschluss hat sich keines der 36 Mitglieder von Gewalt distanziert oder eine Gewaltbereitschaft bestritten, so die Pressestelle des Vereins. Der Vereinsausschluss erfolgt nach Paragraph 9, Nummer 4 a der Satzung von Hannover 96.

„Gewalt und Gewaltbereitschaft finden bei Hannover 96 keinen Platz. Diese Haltung des Vorstandes, die von allen Abteilungsleitern mitgetragen wird, ist unmissverständlich und wird auch zukünftig Leitlinie unseres Handelns sein“, so der Verein in einer Presseerklärung dazu. Unter den vom Vereinsausschluss betroffenen Mitgliedern sind ein Mitglied des Ehrenrats von Hannover 96 und ein Sprecher der IG Pro Verein 1896.

Dagegen antwortet die „Fanhilfe“ sofort auf ihrer Internetseite und führt dazu aus: „Vereinsschädigendes Verhalten liegt nicht vor, da ein strafrechtlich irrelevanter Vorfall, der sich abseits einer Veranstaltung des Vereins und ohne Bezug zu diesem ereignet, den Verein nicht schädigen, insbesondere nicht seine gemeinnützigen Zwecke gefährden kann. Die Verdachtsmomente stützen sich auf einen Vorfall, bei dem es bis heute keine Beweise für eine angestrebte Auseinandersetzung gibt, da sich erwiesenermaßen keine gegnerischen Fans in der Nähe aufhielten oder in Anreise befanden. Aus diesem Grund wurden von der zuständigen Polizeibehörde auch keinerlei Ermittlungsverfahren, zum Beispiel wegen Landfriedensbruchs oder versuchter Körperverletzung, eingeleitet.“ Zudem beruft sich die „Fanhilfe“ auf die übliche Unschuldsvermutung in Strafsachen, die sich ihrer juristischen Argumentation zufolge auch im Privat- und damit Vereinsrecht fortsetze.

Außerdem kündigte die Fanhilfe auf ihrer Seite im gleichen Text an, sich rechtlich gegen die Maßnahme des Vereins zu wehren und bezieht sich dabei auch auf  „Altfälle“ von Spielern und Angehörigen von Hannover 96, die sogar strafrechtliche Relevanz vor Gericht hatten und nicht mit einem solchen Ausschluss geahndet wurden.

 

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