Halloween, Martin Luther und Martinstag – ein ziemliches Durcheinander

31. Oktober 2016 @

Martin Luther ist am 10. November geboren worden. Am 11. November wurde er auf den Namen „Martin“ getauft. Benannt wurde er nach dem Heiligen Martin von Tours, der erst römischer Soldat war und später aus Mitleid seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Er ließ sich daraufhin taufen und wurde später Bischof der französischen Stadt Tours. Martin Luther ging als Schuljunge mit Freunden „um die Häuser“ und sang Lieder. Dafür bekamen die Schüler etwas zu essen. Aus all diesen Erinnerungen ist die Tradition der Martinsumzüge und des Martinssingens erwachsen: In katholischen Regionen eher am 11. November, in evangelischen auch am 10. November.

Wir alle kennen inzwischen den Brauch aus Irland und den USA, das Halloween-Fest - Foto: GAH

Wir alle kennen inzwischen den Brauch aus Irland und den USA, das Halloween-Fest – Foto: GAH

Halloween dagegen kommt vom katholischen Allerheiligenfest am 1. November, bei dem man die Verstorbenen auf dem Friedhof besucht und ein Licht auf ihr Grab stellt. Später wurde in den USA mit dem spaßigen Gruselfest für Kinder letztlich die Botschaft übermittelt, dass der Tod uns nicht schrecken muss, dass wir sogar unseren Schabernack mit ihm treiben und so unsere Angst vertreiben können. Ein Gedanke, den wir als Kirche nicht verteufeln müssen, solange der Spuk wirklich ein Spaß bleibt.

Heutzutage müssen Geschäfts- und Privatleute damit rechnen, dass Kinder am 30. und 31. Oktober wegen Halloween Süßigkeiten sammeln gehen und dann auch noch einmal am 10. und 11. November anlässlich des Martinstages oder der Martinstage. Um ehrlich zu sein: Ich kann verstehen, wenn dem einen oder anderen die Klingelei ein bisschen viel wird.

Grundsätzlich ist die Tradition der Kinderumzüge aber doch eine schöne Sache. Immerhin begegnen sich Menschen, die sich sonst nicht unbedingt begegnen würden, und mancher hat, wie der heilige Martin, sicher auch richtig Spaß daran, etwas mit Kindern zu teilen, auch wenn diese es heutzutage sicher nicht so nötig haben wie zu Zeiten Martin Luthers.

Damaris Frehrking/JPH

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