Fussel-Vögel mit Telleraugen schauen nach Yukon-Stadt

19. August 2015 @

Sie sind grau, ziemlich fusselig und zerzaust, haben riesige Füße mit langen Krallen und übergroße gelbe Telleraugen. Und wenn sie den Schnabel öffnen, sehen sie irgendwie ungemein überrascht aus, als könnten sie nicht glauben, dass sie zurzeit die Stars in der Kanadalandschaft Yukon Bay im Erlebnis-Zoo Hannover sind.

Am 14., 17. und 21. Juli pickten sich nach einer Brutzeit von etwa 33 Tagen drei Schneeeulen-Küken aus ihren Eiern. Etwa drei Wochen nach dem Schlupf verließen die Schneeeulen-Küken einer nach dem anderen das Nest. Die beim Schlupf etwa 46 Gramm leichten Küken wachsen innerhalb von 60 Tagen zu stattlichen Eulen heran.

Die drei Küken sehne nuoch etwas gerupft aus. Aber bald sind sie stattliche Schneeeulen - Foto: Zoo Hannover

Die drei Küken sehen noch etwas „gerupft“ aus. Aber bald sind sie stattliche Schneeeulen – Foto: Zoo Hannover

Je älter die Eulen werden, desto heller wird ihr Federkleid. Dessen Farbe verrät später auch das Geschlecht der Schneeeule: Während Eulenmännchen schneeweiß sind, zieren Eulenweibchen dunkelgraue bis braune Tupfer und Sprenkel. Nach 50 Tagen sind die Jungeulen schon recht gute Flieger. Ihre Eltern Harry und Hermine versorgen sie aber dann noch weitere zehn Wochen lang.

Die Schneeeule steht auf der Roten Liste der bedrohten Vögel, die die Organisation Birdlife International gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Weltnaturschutzunion IUCN herausgegeben hat. Danach wird die Schneeeule in der Europäischen Union als „kritisch gefährdet“ eingestuft.

Das Federkleid der Schnee-Eulen ist mit den vielen Flaumfedern sehr dicht. Auch die Beine und Zehen sind dicht mit kurzen Federn besetzt. So ist der Vogel bei den arktischen Temperaturen gut vor der Kälte geschützt. Gleichzeitig dienen die Federn als „Schneeschuhe“ – bei gespreizten Krallen kann die Schnee-Eule selbst auf pulvrigem Schnee gut laufen ohne einzusinken.

Als einzige Eulenart hat sich die Schnee-Eule an die harten Lebensbedingungen der Arktis angepasst. Während des kurzen Sommers, in dem es kaum dunkel wird, machen die Schnee-Eulen vor allem Jagd auf Lemminge. Das sind kleine Nagetiere, die wie Wühlmäuse aussehen. An einem Tag verschlingen sie immerhin drei bis vier der kleinen Nager. Etwa alle vier Jahre vermehren sich die Lemminge explosionsartig. Dann freuen sich die Schnee-Eulen riesig, weil sie ihre Kinder in diesen fetten Zeiten problemlos über die Runden bekommen. Ein Futterfest geradezu.

Eigentlich sind Eulen ausgesprochene Nachttiere. Die Schnee-Eule hingegen jagt rund um die Uhr, bei Tag und bei Nacht. Das liegt daran, dass es in dem Gebiet nördlich des Polarkreises ein halbes Jahr dunkel ist. Das andere halbe Jahr herrscht der ununterbrochene Polartag, und es ist immer hell. Am liebsten lauert die Schnee-Eule auf Zwergbäumen oder auf einem Felsen auf ihre Opfer. Sie ist aber auch ein geschickter Fischer. Sie packt die Beute mit ihren scharfen Krallen, hebt sie mit einem kräftigen Flügelschlag aus dem Wasser und bringt sie sicher an Land. Und dann wird geschmaust.

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