Freches Fellknäuel im Zoo Hannover

12. März 2016 @

Das kleine Hulman-Äffchen ist am 17. Februar geboren worden und noch immer ist sein Geschlecht nicht gewiss. Dabei ist das Junge mit den Segelohren und dem rosafarbenen Knautschgesicht ganz und gar kein Klammeraffe. Es klettert frech und unermüdlich auf Mutter Sariska herum und schafft es dabei doch, den Tierpflegern den Blick aufs „wesentliche Detail“ zu verwehren.

In einem ruhigen Moment kann man das Jungtier zwar sehen, aber kurz danach geht die Jagd wieder los - Foto: Zoo Hannover

In einem ruhigen Moment kann man das Jungtier zwar sehen, aber kurz danach geht die Jagd wieder los – Foto: Zoo Hannover

Selbst während des „Hulman-Hütchen-Spiels“ konnte die Männlein-Weiblein-Frage nicht geklärt werden. Jedes Familienmitglied möchte das Baby gerne einmal halten und so wird das Jungtier weitergereicht, wie eine Kugel beim Hütchenspiel – nur eben von Hulman zu Hulman statt von Hütchen zu Hütchen, aber auch ebenso schnell. Als Beobachter muss man schon ganz genau hinschauen, um das kleine Fellknäuel nicht aus den Augen zu verlieren.

Vater Kochi lässt der ganze Trubel um das Neugeborene kalt. Als ranghöchstes Mitglied der Gruppe ist er für die Sicherheit und nicht für die Jungtieraufzucht verantwortlich. Somit muss sich Sariska ihren Nachwuchs allein zurückerobern, um ihn nur einen Augenblick für sich zu haben, bevor das freche Fellknäuel wieder in Kletterlaune ist.

Hulman-Languren, auch Hanuman-Languren genannt, gelten in Indien als heilig. Laut dem Nationalepos „Ramayana“ wurde Sita, die Frau des Gottes Rama, vom Dämonenfürsten Ravana entführt. Affengott Hanuman brach nach Sri Lanka auf, um Sita aus den Fängen Ravanas zu befreien. Dabei zündete er die Stadt Lanka an und verbrannte sich Gesicht, Hände und Füße. Die Rettungstat glückte und Rama war so dankbar, dass er Hanuman die Unsterblichkeit verlieh. Hulman-Languren gelten als Nachfahren des heldenhaften Affengotts und tragen mit ihren schwarzen Gesichtern, Händen und Füßen noch immer die Spuren der Befreiung Sitas sichtbar am Körper.

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