CDU Ilten diskutiert „Wohnen im Alter“

30. Oktober 2017 @

Zu einer ersten öffentlichen Sitzung zum Thema „Wohnen im Alter“ traf sich die Iltener CDU am vergangenen Mittwoch mit den Bürgern des Ortes im Restaurant Steiner an der Sehnder Straße. Die Einladung erfolgte auf Grund der vorab bei der Bürgerbefragung zurückgereichten Fragebogen, war aber auch offen für interessierte weitere Personen.  Knapp 20 Besucher begrüßte der örtliche CDU-Vorsitzende Andreas Heinen zu dem Vortrag.

Andreas Heinen und Lambert Baron ( 4. u. 3. v.li.) informierten die Besucher über die Wohnmöglichkeiten – Foto: JPH

In seiner Einleitung berichtete Heinen zunächst von den Wohnformen und Möglichkeiten für ältere Mitbürger, die auf dem Markt angeboten werden – oder die man Entwickeln könnte. Danach gibt es die verschiedenen Heimlösungen, Mehrgenerationenhäuser, Wohngruppen, betreutes Wohnen mit einem Zentralstützpunkt in der Anlage sowie „verbindliche Nachbarschaften“. Diese Formen sind derzeit auf dem Markt verfügbar und werden entweder als Mit- oder Kaufmodell angeboten – zu den verschiedensten Bedingungen.

Außerdem habe man mit der Leitung des Klinikums Wahrendorff gesprochen, um deren Planungen nach dem Neubau in Köthenwald für die Anlagen in Ilten zu erfahren. Außerdem gäbe es erste Ideen zur Planung von kleineren Wohneinheiten von sechs bis zehn Parteien auf einem umzubauenden Gehöft im Ortsteil. Auch seien am Backhausring seien etwa 40 seniorengeeignete Wohneinheiten in Planung.

2017 hatte die Iltener CDU dann eine Bürgerbefragung mit rund 1700 Kurzfragebogen in Ilten gestartet, zu der es 68 Rückläufer gab. Danach wollen in Ilten ein Drittel der Befragten „altersgerecht wohnen“, 17 in einem Mehrgenerationenhaus und am wenigsten in einem Pflegeheim. 33 Antworten bevorzugten eine Seniorenwohngemeinschaft, zwei Drittel könnten sich auch eine Pflege durch einen Dienst in der eigenen Wohnung vorstellen. Die meisten Teilnehmer lagen in dem Altersbereich 50 bis 65 Jahre. Fast 50 Personen waren bereit, sich auch in einer Veranstaltung dazu mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Im zweiten Teil berichtete Lambert Baron, Leiter der CDU-Arbeitsgruppe, zum Thema Neue Wohnformen im Alter. „Die einfachste Form ist eine Gründung einer Nachbarschaftshilfegruppe“, sagte Baron, der zu diesem Thema eine Fortbildung besucht hatte. „Da kann man sich in einer losen Gruppe gegenseitig helfen.“ Aber die Gruppe dazu muss aus Jung und Alt bestehen. Wenn dann der Junge den Rasen mäht, kann der Senior ein andermal auf die Kinder aufpassen. Baron berichtete über Merkmale gemeinschaftlicher und ambulanter Wohnprojekte. Aber er stellte auch fest, dass der erste Schritt die größte Hürde für einen Lösung sei: „Oft ist die bisherige eigene Wohnung die eigentliche Barriere für eine Lösung.“ Wichtig ist bei jeder Lösung, dass man soziale Kontakte schnell aufbauen kann, um nicht in Isolation zu fallen, die jedes Projekt zum Scheitern  verurteilen würde. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass jedes Projekt die Gemeinschaft fördern müsse oder Kontakte nach außen fördert. Zusätzlich muss aber neben dieser Nähe auch „Distanz“, also ein privater Bereich,  möglich sein.

Zwar kann  und will die CDU Ilten aber nicht als „Bauherr“ auftreten, so Heinen, kann jedoch bei der Gründung von Genossenschaften oder Vereinen zur Errichtung altersgerechter Wohnmöglichkeiten fungieren. Zum Schluss der Veranstaltung gab es noch Tipps zum Thema „Fördermöglichkeiten“ neuer Wohnformen und zur Wohnberatung durch das Niedersachsenbüro für Neues Wohnen im Alter. Ein nächstes Treffen hat die Arbeitsgruppe für das 1. Quartal 2018 angekündigt. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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