Appell der Jägerschaft: Tod und Verstümmlung von Wildtieren abwenden

Mit einem Appell wendet sich die Jägerschaft Burgdorf an die Landwirte und Pferdehalter der Ostregion, denn jetzt beginnt unter anderem wieder die Heuernte und das erste Mähen der Wiesen des Jahres ist im vollen Gange: Landwirte und Hobby-Pferdehalter mähen die Wiesen, um saftiges Heu für die Wintermonate zu gewinnen. Außerdem werden Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen gemäht. Der erste Mähtermin des Jahres fällt nach Auskunft von Oliver Brandt, Presseobmann der Jägerschaft Burgdorf, zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in den Wiesen und Feldern ihren Nachwuchs vor Fressfeinden verstecken.

Rehkitze verstecken sich im hohen Gras und werden oft beim Mähen getötet oder verstümmelt – Foto: Privat

Ducken und Tarnen der Rehkitze, Junghasen oder Fasanenküken schützen dabei zwar vor dem Fuchs oder dem Marderhund, aber nicht vor den sehr schnellen Kreiselmähern der Landwirtschaft, die mit einer Geschwindigkeit bis zu 20 Stundenkilometern und einer Mähbreite von bis zu zehn Metern über die Felder fahren. Viele Jungtiere finden hier den qualvollen Mähtod oder werden verstümmelt. Die Folge ist ein qualvoller Tod für Säugetiere und Bodenbrüter.

Deshalb bittet Hans-Otto Thiele, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf, alle Haupterwerbs- und Hobbylandwirte sowie alle Wiesenbesitzer, rechtzeitig den Mähtermin dem örtlichen Jagdpächter mitzuteilen und außerdem das Feld nur von innen nach außen zu mähen, damit die Tiere noch flüchten können. Die örtlichen Jagdpächter oder Vertreter der Jägerschaft Burgdorf beraten die Grundeigentümer gerne über Maßnahmen zur Wildtierrettung, wie das Anbringen von Knistertüten und Flatterbändern zur Beunruhigung des Wildes. Eine weitere Möglichkeit ist das Absuchen der Wiesen gemeinsam mit Jägern und ihren Hunden kurz vor dem Mähtermin.

Wichtig ist dabei auch, dass die Rehkitze beim Umsetzen nicht von den Menschen direkt angefasst werden, erläutert Oliver Brandt: „Rehkitze oder Junghasen alleine zu lassen, ist Teil der Überlebensstrategie bei diesen Tierarten. Die Jungtiere sind noch geruchslos und können so zum Beispiel vom Fuchs nur schwer gefunden werden. Wenn die Tiere vom Menschen angefasst werden, verlieren sie ihre Geruchslosigkeit und werden vom Alttier nicht mehr angenommen! Es ist wichtig, immer viel Gras oder Stroh zwischen seiner Handfläche und dem Kitz zu haben!“

Die Burgdorfer Jägerschaft erinnert in diesem Zusammenhang an die derzeitige Brut- und Setzzeit und den gesetzlichen Leinenzwang für Hunde in freier Natur. „Wichtig ist, dass Hundehalterinnen und Hundehalter ihre Tiere in der Feldmark und im Wald nur angeleint spazieren führen, damit die Jungtiere nicht ohne Grund beunruhigt oder von Hunden gehetzt und getötet werden“, appelliert Oliver Brandt einmal mehr an die Vernunft und Einsicht aller Hundebesitzer.

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