ADAC: Unfallfrei in die Motorradsaison starten

9. Mai 2016 @

Die warmen Frühlingstage locken sie wieder auf die Straße: Die Motorradfahrer starten in die Saison. Doch unvorbereitet sollte niemand aufs Bike steigen, denn auch das Risiko fährt immer mit. Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt mahnt deshalb zu guter Vorbereitung und Vorsicht: Motorradfahrer sollten es langsam angehen lassen und Autofahrer die Biker wieder verstärkt im Blick haben und Rücksicht nehmen. Partnerschaftlichkeit, defensive Fahrweise und Verzicht auf Vorfahrt bei unklaren Verkehrssituationen können viele potenzielle Unfallsituationen entschärfen und Kollisionen verhindern.

Biker und Autofahrer müssen sich partnerschaftlich verhalten - Foto: JPH

Biker und Autofahrer müssen sich partnerschaftlich verhalten – Foto: JPH

Das Risiko, mit dem Motorrad zu verunglücken, ist bezogen auf den Fahrzeugbestand übrigens etwa viermal höher als für Auto-Insassen. Rund jeder sechste Unfalltote ist ein Motorradfahrer – 64 waren es in Niedersachsen im Jahr 2015 bei den Motorrädern ab 125 Kubikzentimeter (2014: 58 Tote). Und nach wie vor sind Autofahrer die Hauptunfallgegner. Bei rund drei Viertel der Kollisionen zwischen Auto und Motorrad haben die Autofahrer die Schuld an dem Unfall.

Die ABS-Pflicht für Motorräder ist richtig und wichtig. Denn die Zahl der Motorrad-Unfalltoten kann laut der ADAC-Unfallforschung mit dem Antiblockiersystem drastisch gesenkt werden. Mit ABS kann schneller und besser gebremst werden, vor allem auf nasser Fahrbahn und wechselndem Untergrund. Ab 2017 müssen alle Maschinen, die erstmalig zugelassen werden, ABS haben. Deswegen bringen immer mehr Hersteller schon jetzt die meisten ihrer Modelle mit ABS auf den Markt. Motorradkäufer sollten das auf jeden Fall berücksichtigen.

Das Fahrsicherheitszentrum bietet Kurse an - Foto: JPH

Das Fahrsicherheitszentrum bietet Kurse an – Foto: JPH

Auch an den Straßen kann in Sachen Motorradsicherheit einiges verbessert werden: Straßen- und Verkehrsbehörden sollten mit dem vom ADAC entwickelten Sicherheits-Check bekannte Motorradstrecken überprüfen und daraus folgende Maßnahmen zügig umsetzen. Mehr Gelder für die Beseitigung von Straßenschäden tun ein Übriges. Bewährte Praxis sind bereits der Unterfahrschutz an Schutzleitplanken und die Kennzeichnung besonders gefährlicher Strecken für Motorradfahrer.

Auto und Motorrad sind trotz technischer Fortschritte ungleiche Partner im Straßenverkehr und das Motorradfahren bleibt riskant. Für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr sollten Autofahrer daher generell stärker auf Motorradfahrer achten und versuchen, die Geschwindigkeit des einspurigen Fahrzeugs besser einzuschätzen. Motorradfahrer sollten grundsätzlich nicht mit der Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer rechnen, sondern in kritischen Situationen bremsbereit sein und den Auto-Fahrer gegebenenfalls durch hupen oder eine Ausweichbewegung auf sich aufmerksam machen.

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