1400 Teilnehmer bei der DGB Maifeier auf den Lehrter Rathausplatz

6. Mai 2015 @

Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit fester Bestandteil im Kalender der Lehrter Gewerkschafter. 125 Jahre nach dem ersten Weltfeiertag des Proletariats hat es in Lehrte eine großartige Teilnahme an der DGB Maikundgebung gegeben. Mehr als 1400 Teilnehmer waren gekommen, um Sahra Wagenknecht, MdB und stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE, zu sehen und zu hören.

Sahra Wagenknecht bei ihrer Rede zum Tag der Arbeit – Foto: DGB

Sahra Wagenknecht bei ihrer Rede zum Tag der Arbeit – Foto: DGB

Die Maikundgebung begann weider mit einer ökumenischen Andacht, die Pfarrer Roman Blasikiewicz und Pastorin Gesa Steingräber-Broder gemeinsam gestalteten. Deutliche Worte fand der katholische Pfarrer Blasikiewicz, der die Leiharbeit geißelte, und an alle Verantwortlichen gerichtet sagte er: „Leiharbeit und Niedriglöhne machen Menschen abhängig und gefügig. Diese menschenunwürdige Praxis muss unterbunden werden.“

Als der Lehrte DGB-Vorsitzende Reinhard Nold nach der Andacht die Veranstaltung eröffnete, ging er auf die historische Bedeutung des 1. Mai ein. Nold sagte: „Heute begehen wir in Deutschland zum 125. Mal den Tag der Arbeit. Der 1. Mai ist für uns Gewerkschafter so bedeutend wie Weihnachten oder Ostern für die Christen. Das ist ein Tag, an dem sich die Arbeitnehmer in Deutschland treffen, um deutlich zu machen: Wir sind diejenigen, die dieses Land zusammenhalten und nach vorne bringen.“ Auch auf den zunehmenden Rechtspopulismus ging Nold ein und machte auf die Lehrter Erklärung aufmerksam. „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung haben in unserer Stadt keinen Platz“, heißt es in der Erklärung. Viele Maibesucher nahmen das Angebot, die Lehrter Erklärung durch Unterschrift zu unterstützen, an.

Marlies Schröder bei der Kinderrally nach dem offiziellen Reden  - Foto: DGB

Marlies Schröder bei der Kinderrally nach dem offiziellen Reden – Foto: DGB

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE Sahra Wagenknecht prangerte in ihrer Rede die Werkvertragsregelungen und deren Ausuferungen auf dem Arbeitsmarkt an. Wagenknecht sagte: „Es kann nicht sein, dass es in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland Menschen gibt, die von ihrem Lohn nicht leben können.“ Diese Arbeitsmarktpraktiken sind nur ein Teil der Probleme, die zur ungerechten Vermögens- und Einkommensverteilung beitragen. Sie forderte die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine wirkungsvolle Erbschaftssteuer und höhere Steuern auf Spitzeneinkommen. „Die mittleren und unteren Einkommen finanzieren mit ihren Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen das Gemeinwesen, während sich die Reichen in unserem Land aus der Verantwortung stehlen“, so Wagenknecht. Zu den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und USA erklärte sie: „Das Freihandelsabkommen ist eine Bankrotterklärung. Wenn die USA und die EU an einem Tisch sitzen und über Handel sprechen, sollten sie deshalb lieber über fairen Welthandel reden. Bei TTIP geht es um die Verschärfung des Wettbewerbs auf beiden Seiten des Atlantiks und Sicherheit, Verbraucher-, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz kommen dabei unter die Räder.“

Neben den Reden konnten die Kundgebungsteilnehmer der Musik der Wildcards lauschen, Kaffee und Kuchen sowie Bier und Bratwürstchen zu sich nehmen, mit den Kindern an einem Spielparcours mit Eierlaufen, Sackhüpfen und Torwandschießen teilnehmen. Auch die Tanzschule Jegella und das Mandela Team waren dabei. Ein rundum gelungenes Fest mit einer enormen Beteiligung.

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