100 Jahre Wahlrecht: Frauen in der Politik der Region Hannover

18. Januar 2019 @

Am 12. November 2018 jährte sich in Deutschland zum 100. Mal die Einführung des Frauenwahlrechts. Erstmals konnten Frauen dann bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 ihre Stimme abgeben. Das Jubiläum ist für das Team Statistik der Region Hannover Anlass, sich diesem Thema in einer „Statistischen Kurzinformation“ zuzuwenden.

50 Prozent Frauen sind nirgends in der Region in den Räten – Foto: JPH/Archiv

Als Frauen in Deutschland erstmals an der Wahl teilnahmen, nutzten sie zu 80 Prozent das Wahlrecht und damit in etwas geringerem Umfang als die Männer. Von den 423 Abgeordneten der Nationalversammlung waren 37 Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 8,7 Prozent. Im Reichstag und in den ersten zehn gewählten Bundestagen lag der Anteil der weiblichen Abgeordneten bei der Konstituierung nie über 10 Prozent. Erst der 11. Deutsche Bundestag wies bei seiner Konstituierung 1987 mit 15,4 Prozent einen Frauenanteil auf, der mehr als ein Zehntel betrug. 1998 waren dann erstmals mehr als 30 Prozent der Abgeordneten des deutschen Bundestages Frauen, ein Wert, der seitdem nicht mehr unterschritten wurde.

Aus der Region Hannover sind gegenwärtig 34 Abgeordnete in das Europäische Parlament, in den Deutschen Bundestag oder in den Niedersächsischen Landtag gewählt worden. Hierbei wird in allen drei Parlamenten ein nahezu ausgewogenes Geschlechterverhältnis erreicht. Im Vergleich dazu: In der Regionsversammlung liegt der Frauenanteil gegenwärtig niedriger. Mit 40 Prozent Frauenanteil wird hier indes ein Wert erreicht, der deutlich höher liegt als im Deutschen Bundestag (30,7 Prozent zum Zeitpunkt der letzten Konstituierung) oder gegenwärtig im Niedersächsischen Landtag (27,7 Prozent).

Frauen stehen in der Regionsversammlung an der Spitze jedes dritten Fachausschusses und stellen gegenwärtig die Mehrzahl der Fraktionsvorsitzenden: fünf der acht gebildeten Fraktionen und Gruppen werden von Frauen geführt. Auch unter den drei Stellvertretungen des Regionspräsidenten sind zwei Frauen. Der Frauenanteil in der Regionsversammlung ist im Verlauf der Zeit mit Ausnahme des Jahres 2006 stetig angestiegen.

Bei den Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten gibt es in der Region Hannover immer noch einen klaren männlichen Trend. So wurden bei den drei Wahlen für das Amt des Regionspräsidenten insgesamt 18 Kandidaturen von Männern und drei von Frauen zugelassen. In den 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover werden nur zwei Stadtverwaltungen von Bürgermeisterinnen geführt, nämlich Pattensen und Ronnenberg.

Während Frauen in der politischen Repräsentanz zwar erkennbar sind, sind sie jedoch noch immer davon entfernt, den Anteil an Posten und Funktionen einzunehmen, der ihrem Anteil in der Gesamtbevölkerung entspricht. Nahezu exakt die Hälfte der Einwohner der Region Hannover sind Frauen. Am 30.09.2018 waren in den Melderegistern der Region Hannover 1 178 442 Personen verzeichnet, davon waren 50,8 Prozent weiblich. Alle Zahlen der „Statistischen Kurzinformationen 1/2019“ können  im Internet eingesehen oder heruntergeladen werden.

 

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