Zwischenbilanz: Seit Jahresbeginn 1800 Einsätze und 600 Gerettete

22. Oktober 2016 @

Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 bereits mehr als 1800 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei knapp 600 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Weitere mehr als 1100 Menschen befreiten sie in einem dreimonatigen Ausbildungs- und Unterstützungseinsatz für ihre griechischen Kollegen vor Lesbos aus Gefahr.

Wesentliche Unterstützung erfuhren die Seenotretter in den vergangenen Monaten durch ihren diesjährigen ehrenamtlichen „Bootschafter“, den Schauspieler Markus Knüfken („Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, „Notruf Hafenkante“). Knüfken stellte am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit die Einsatz-Zwischenbilanz 2016 der Seenotretter auf dem Unesco-Welterbe Zollverein in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Essen vor.

Knüfken stellte am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit die Einsatz-Zwischenbilanz 2016 der Seenotretter vor – Foto: DGzRS - Die Seenotretter

Knüfken stellte am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit die Einsatz-Zwischenbilanz 2016 der Seenotretter vor – Foto: DGzRS – Die Seenotretter

In den vergangenen Monaten nahm Knüfken an Übungen und Kontrollfahrten der Seenotretter teil, warb in den Medien sowie auf Veranstaltungen für ihre ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanzierte Arbeit und machte dabei viele neue Erfahrungen: „Als Kajakfahrer war ich mir schon immer bewusst, dass die See auch bei bester Vorbereitung große Gefahren bergen kann. Der selbstlose Einsatz der Seenotretter und ihre innere Einstellung beeindrucken mich sehr. Ich bin stolz darauf, als ‚Bootschafter‘ zu ihnen zu gehören, und werde mich auch weiterhin für sie einsetzen.“

Neue Seenotretter-„Bootschafterin“ 2017 wird TV-Moderatorin Heike Götz („Landpartie“, NDR). Geboren in Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern und heute in der Nähe von Hamburg zu Hause, ist sie Fernsehzuschauern vor allem als „die Frau mit dem Fahrrad“ bekannt. Seit 1999 erkundet sie den Norden, trifft seine Menschen, stellt regionale Spezialitäten und ländliche Kultur vor.

Mit den Seenotrettern drehte Heike Götz bereits mehrfach. Schon vor mehr als zehn Jahren war sie auf der Freiwilligen-Station Gelting zu Gast. In diesem Jahr wiederum besuchte sie für ihre Sendung den modernsten Seenotrettungskreuzer ERNST MEIER-HEDDE auf der Station Amrum.

Derzeit sind einige neue Rettungseinheiten im Bau beziehungsweise in Auftrag gegeben:
zwei 28 Meter lange Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot, bestimmt für die Stationen Laboe (Januar 2017) und Cuxhaven (Mai 2017),
zwei 20 Meter lange Seenotrettungskreuzer mit Arbeitsboot, bestimmt für die Stationen Greifswalder Oie (2017) und Olpenitz (2018), sowie
sechs 10,1 Meter lange Seenotrettungsboote, bestimmt für verschiedene Freiwilligen-Stationen an Nord- und Ostsee (2017/2018).

Hinsichtlich des Sammlungserlöses, auch zur Finanzierung der Neubauten, hofft die DGzRS zum Jahresende auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. In diesen Wochen wenden sich die Seenotretter wieder verstärkt an die Öffentlichkeit, um über ihre Arbeit zu informieren, die Menschen im ganzen Land um Unterstützung zu bitten und weitere Förderer zu gewinnen. Sie sind auf die Unterstützung der breiten Bevölkerung angewiesen.

Spendern, Freunden und allen Interessierten bieten die Seenotretter auch 2017 wieder die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Einsatzbereitschaft ihrer Besatzungen und der Leistungsfähigkeit ihrer Rettungseinheiten zu machen. Erneut findet am letzten Sonntag im Juli, somit am 30. Juli 2017, der „Tag der Seenotretter“ auf vielen Stationen an Nord- und Ostsee statt.

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