Zugbegleiter durch Angriff verletzt

4. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Ein 30-jähriger Mann ist am Mittwoch im ICE 776 von Hannover nach Bremen ausgerastet: Am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr schlug er so massiv auf den 33-jährigen Zugbegleiter ein, dass der Bahnmitarbeiter in Bremen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ein 59-jähriger Fahrgast bewies Zivilcourage und setzte den Angreifer mit einem Tierabwehrspray außer Gefecht. Bundespolizisten nahmen den 30-Jährigen bei Ankunft des Zuges in Bremen fest.

Im Zug randaliert und dann kam die Sprühdose - Foto: JPH

Im Zug randaliert und dann kam die Sprühdose – Foto: JPH

Schon bei der Fahrkartenkontrolle verhielt sich der 30-jährige Türke aggressiv und beleidigte mehrere Zugbegleiter, so die Polizei. Grund war die Tatasache, dass sein Niedersachsenticket im ICE nicht gültig war. Deshalb sollte er sich ausweisen, um das erhöhte Beförderungsendgeld einfordern zu können. Als der direkt vor ihm stehende Zugbegleiter ankündigte, die Bundespolizei zu informieren, wurde er geschubst, geschlagen und getreten, bis der 59-jährige Fahrgast Nothilfe leistete und den 30-Jährigen mit Tierabwehrspray zur Räson brachte.

Der ICE fuhr laut Bundespolizei unmittelbar darauf in Bremen ein, wo der Angreifer aus dem Zug taumelte, sich auf dem Bahnsteig kniete und über Augenschmerzen klagte, während der Zugbegleiter in den Rettungswagen kam. In Handschellen wurde der Fahrgast dann abgeführt. Auf der Wache spülten die Bundespolizisten seine Augen aus. Dabei warf der Mann die Wasserflasche auf den Boden und zerbrach sie. Nach der Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung wurde er entlassen.

Für den Zugbegleiter endete der Dienst mit der Einlieferung ins Krankenhaus: Schock, diverse Gesichtsprellungen und eine gebrochene Nase.

Der Form halber musste wegen des Einsatzes von „Tierabwehrspray gegen eine Person“ auch bei geleisteter Nothilfe ermittelt werden. Der Fahrgast hatte Angst um das Leben des Zugbegleiters, insofern dürften ihn bei der Prüfung der Verhältnismäßigkeit keine Rechtsfolgen treffen, was aber im Ermessen der Staatsanwaltschaft liegt, so die Bundespolizei. Aus ihrer Sicht hat der Helfer umsichtig gehandelt.

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