Unseriöse Job-Angebote übers Internet – schnell aussteigen

29. November 2017 @

Im Internet kursieren unseriöse Jobangebote, die einen schnellen und hohen Nebenverdienst bei einfacher Arbeit versprechen. Oder sie werden sogar zielgerichtet als E-Mail zugesandt. Doch Vorsicht!, so die Kriminalpolizei. Wer hier antwortet und den Job annimmt, kann schnell zum sogenannten Finanz- oder Warenagenten und somit für Geldwäsche missbraucht werden.

Hinzu kommt die Gefahr, dass die übermittelten Bewerbungsunterlagen für weitere Betrügereien im Netz benutzt werden. So können gescannte Personalausweise für Immobilien- oder Kfz-Betrug in entsprechenden Verkaufsbörsen als Beweis der Seriosität von den Tätern verwendet werden. Die Strafverfolgungsbehörden haben Finanzagenten zunehmend im Fokus und verfolgen diese Straftaten auch grenzübergreifend europaweit, wie bei Europol nachzulesen ist. Neben der strafrechtlichen Verfolgung ist auch mit zivilrechtlichen Forderungen zu rechnen. Eine typische, hier anonymisierte, beispielhafte Mail, die aktuell massenhaft im Umlauf ist, lautet:

LKA Niedersachsen berät gegen Geldwäsche – Logo LKA Nds

„Sehr geehrte(r) XXXX XXXXXX, unser Unternehmen ist eine neuartige und wachstumsstarke Firma, die einen hohen Lohn und viele Vorteile für die Mitarbeiter bietet. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Steueroptimierung und Trading mit Coins. Jedermann kann bei uns ohne Einarbeitung gleich anfangen Geld zu verdienen. Unser Unternehmen bietet Ihnen einen attraktiven Zusatzverdienst bis zu 3700 Euro im Monat an, bei nur wenigen Stunden pro Woche. Ihre Arbeitszeit ist flexibel und kann Ihren Anforderungen angepasst werden. Der Arbeitnehmer hat keine Ausgaben und muss keine besonderen Fähigkeiten haben. Ihre Aufgabe ist es die Bitcoins für unsere Kunden zu erwerben, das Geld dafür überweisen wir Ihnen im Voraus und Ihren Verdienst von 20 Prozent behalten Sie gleich ein. Wenn Sie Interesse haben, möchten wir Sie kennenlernen. Hierfür senden Sie uns eine Email an: j_stubb@xxxxx  Mit freundlichen Grüßen Meier GmbH Persönlich an: XXXXX“

Es kursieren diverse Variationen davon, die sich nur in geringen Bereichen unterscheiden. Damit sich die angeschriebene Person auch tatsächlich angesprochen fühlt, fügen die Täter die echten Namen und postalischen Anschriften mit telefonischer Erreichbarkeit der Empfänger in die Mail ein.

Über das Zahlungsmittel Bitcoin wird hier versucht, das Geld, das zuvor von beipielsweise missbräuchlich verwendeten Onlinebanking-Accounts oder aus Fakeshops stammt, zu waschen. Die Täter geben als Empfängerkonto das Bankkonto der nun neu geworbenen „Mitarbeiter“ an. Dann soll dieser Mitarbeiter das Geld in Bitcoins umwandeln und diese an die „Firma“ übermitteln. Das Geld wurde somit durch den angeworbenen Jobsuchenden gewaschen! Die Spur bei den polizeilichen Ermittlungen führt dann auch genau zu dieser Person, die dadurch strafrechtlich belangt werden kann. Die Täter dagegen verbleiben nahezu anonym und das Geld ist weg.

Hinweis der Polizei dazu: Sollten Sie bereits ein solches Jobangebot angenommen haben, dann wenden Sie sich bitte sofort an Ihre örtliche Polizei! Sollte bereits auf diese Weise Geld bei Ihnen eingegangen sein, so informieren Sie auch unverzüglich Ihre Bank. Es besteht zudem die Gefahr, dass die Bank Ihr Konto sperrt und übliche Zahlungen Ihrerseits nicht mehr durchgeführt werden können.    Gemäß Paragraph 261 Absatz 9 Strafgesetzbuch wird wegen Geldwäsche unter anderem nicht bestraft, wer die Tat – zu einem Zeitpunkt, wo die Tat noch nicht entdeckt war – freiwillig bei der zuständigen Behörde anzeigt und das Geld noch gesichert werden kann. Informationsmaterial finden Sie in den Broschüren von Europol  und in den Informationen im „Ratgeber Internetkriminalität“ des LKA Niedersachsen. .

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