Seenotrettungskreuzer „Minden“ auf Lesbos angekommen

2. März 2016 @

Der Seenotrettungskreuzer „Minden“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist gestern auf eigenem Kiel auf der Insel Lesbos angekommen. Mit der „Minden“ unterstützen die deutschen Seenotretter für einen begrenzten Zeitraum die griechischen Such- und Rettungskräfte im Rahmen einer international koordinierten Aktion. Nahezu täglich geraten in deren Einsatzgebiet Flüchtlinge in Seenot. Gemeinsames Ziel mehrerer nordeuropäischer Seenotrettungsgesellschaften ist es, die Strukturen vor Ort nachhaltig zu stärken. Derzeit sind griechische Seenotretter über die Grenzen ihrer Ressourcen hinaus tätig.

Mit den beiden DGzRS-Inspektoren Jörn Meier (l.) und Andreas Scholz (am Funk) auf dem oberen Fahrstand passiert der deutsche Seenotrettungskreuzer "Minden" die Hafeneinfahrt von Mytilini im Süden der griechischen Insel Lesbos. - Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Mit den beiden DGzRS-Inspektoren Jörn Meier (l.) und Andreas Scholz (am Funk) auf dem oberen Fahrstand passiert der deutsche Seenotrettungskreuzer „Minden“ die Hafeneinfahrt von Mytilini im Süden der griechischen Insel Lesbos. – Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Die Überführungscrew der Seenotretter um Vormann Ulrich Fader (Station Bremerhaven) hatte mit der „Minden“ am Sonntag Lavrio östlich von Athen verlassen. Drei Tage zuvor hatte der Schwergutfrachter „Atlantic“ den Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot „Margarete“ dort entladen. Die maritime Projektspedition PM Shipping hatte den Seenotrettern am 10. Februar den Transport ab Bremerhaven zum Selbstkostenpreis ermöglicht.

Vor Mytilini werden die Seenotretter in den kommenden Tagen das Revier erkunden. Die erste Einsatzcrew der „Minden“ wird für den 5. März auf Lesbos erwartet. Alle Einsätze der „Minden“ werden vom Joint Rescue Coordination Centre (JRCC) Piräus, der griechischen Seenotleitung, koordiniert. Gefahren wird der Seenotrettungskreuzer von Seenotrettern der DGzRS, die sich für diesen Einsatz freiwillig gemeldet haben. Zur stets achtköpfigen Besatzung werden auch jeweils zwei Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gehören.

Der voraussichtlich Anfang März beginnende und auf vier bis sechs Monate befristete Einsatz ist Hilfe zur Selbsthilfe. Er steht unter dem Motto „Retter helfen Rettern“. Die DGzRS hatte die „Minden“ 2014 nach 28 Einsatzjahren außer Dienst gestellt und verkauft. Der heutige Eigner stellt das Schiff nun für den Ägäis-Einsatz unentgeltlich der DGzRS zur Verfügung.

Im Sommer wird die „Minden“ von zwei 8,5 Meter langen Neubauten abgelöst. Diese Einheiten hat die DGzRS auf einer finnischen Werft bestellt, um den griechischen Seenotrettungsdienst langfristig zu stärken. Ihre Anschaffung kann dank des Engagements eines einzelnen Spenders erfolgen.

Die DGzRS und andere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften hatten eine konkrete Bitte um Unterstützung der für den griechischen Seenotrettungsdienst zuständigen Hellenic Coast Guard und der Freiwilligen-Organisation Hellenic Rescue Team erhalten. Der gemeinsame Einsatz findet statt unter dem Dach der International Maritime Rescue Federation (IMRF), der internationalen Familie der Seenotretter. Für weitere projektbezogene Zuwendungen gibt es ein gesondertes Spendenkonto bei der Commerzbank Bremen: IBAN DE30 2908 0010 0100 2338 01. Online-Spenden sind möglich.

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