Seenotretter koordinieren groß angelegte Suche nach vermisstem Jetskifahrer

19. April 2017 @

Eine groß angelegte Suche nach einem überfälligen Wassersportler haben die Seenotretter am Karsonnabend und am Ostersonntag in der Lübecker Bucht koordiniert. Fünf Seenotrettungskreuzer und -boote der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie zahlreiche Behördenschiffe und Luftfahrzeuge waren stundenlang im Einsatz. Der Vermisste konnte am Sonntagvormittag nur noch tot am Strand von Dahme gefunden werden.

Der Seenotrettungskreuzer „Bremen“ der DGzRS fand den Jetski des Vermissten am Ostersonntagvormittag nördlich der Insel Poel – Archivfoto: DGzRS – Die Seenotretter

Gegen 18.30 Uhr am Karsonnabend meldete die Ehefrau eines Jetskifahrers ihren Mann als überfällig: Der 50-jährige Niedersachse sei am Nachmittag in Grömitz gestartet und noch nicht zurückgekehrt. Die Seenotretter berechneten anhand von Drift und Strömungsverhältnissen ein erstes Suchgebiet.

Die Seenotleitung Bremen koordinierte eine groß angelegte Suchaktion nach dem mit Neoprenanzug und Prallschutzweste bekleideten Mann. Bei west- bis südwestlichen Winden um fünf Beaufort (bis 38 km/h Windgeschwindigkeit), acht Grad Wassertemperatur, einem halben, später gut einen Meter Seegang und guter Sicht suchten mehrere Schiffe und Luftfahrzeuge unter Führung des Seenotrettungskreuzers „Hans Hackmack“/Station Grömitz die Lübecker Bucht in nordöstlicher Richtung ab.

Beteiligt waren die Seenotrettungsboote „Henrich Wuppesahl“/Station Neustadt und „Günther Schöps“/Station Timmendorf auf Poel der DGzRS, das Bundespolizeiboot „Prignitz“, das Fischereischutzschiff „Seeadler“ des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), jeweils ein Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine und der dänischen Marine, ein Bundespolizeihubschrauber sowie ein Flächenflugzeug der Deutschen Marine.

Mit Einbruch der Nacht unterbrach die Seenotleitung Bremen die Suche. Bei Tagesanbruch wurde sie unter Führung des Seenotrettungskreuzers „Bremen“/Station Großenbrode fortgesetzt. Die Seenotrettungsboote „Konrad-Otto“/Station Kühlungsborn und „Günther Schöps“/Station Timmendorf auf Poel, die Wasserschutzpolizeiboote „Stoltera“ (Rostock) und „Breitling“ (Wismar), das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der Rettungshubschrauber „Christoph Offshore 2“ beteiligten sich.

Die in Kühlungsborn stationierte KONRAD-OTTO war auch eingesetzt – Foto: DGzRS/Archivfoto

Gegen 10 Uhr am Ostersonntag sichtete die Besatzung des Seenotrettungskreuzers Bremen den Jetski führerlos etwa vier Seemeilen (ca. 7,5 Kilometer) nördlich der Insel Poel. Etwa zur selben Zeit wurde bekannt, dass eine männliche Person bei Dahme an den Strand gespült wurde. Nach Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um den Vermissten. Das Seenotrettungsboot „Günther Schöps“ schleppte den Jetski nach Timmendorf auf Poel. Dort hat die Wasserschutzpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Zu Beginn der neuen Wassersportsaison weisen die Seenotretter verstärkt auf die Gefahren der See hin. Mit ihrem Präventionsprogramm „Sicher auf See“ stellen sie Tipps und Checklisten für verschiedene Wassersportarten zur Verfügung. Eine große Hilfe im Notfall ist die Sicherheits-App SafeTrx der Seenotretter. Sie zeichnet mit Hilfe eines Smartphones die eigene Position auf. So kann die Seenotleitung Bremen im Ernstfall feststellen, wo sich ein Vermisster befindet. Die App ist kostenlos herunterzuladen.

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