Reisende soll man nicht aufhalten – manchmal aber doch

22. April 2017 @

Drei reisende Marokkaner nutzten am Mittwoch den ICE 681 von Hamburg nach Hannover. Sie wurden dort ohne gültigen Fahrschein vom Zugbegleiter angetroffen und in Hannover an die Beamten der Bundespolizei übergeben. Diese fanden nach eigenen Angaben heraus, dass der 18-Jährige des Trios unter sieben Aliasnamen unterwegs war und sich in einem Asylverfahren in Dänemark befand – und später untergetaucht war.

Die Bundespolizei nahm die Reisenden in Empfang – Foto: JPH

Er hatte auch dänische und schwedische Barmittel sowie ein Schlüsselbund mit dem Namen einer dänischen Ortschaft dabei. Die beiden 25-Jährigen wurden, ebenso wie der 18-Jährige, wegen Erschleichens von Leistungen angezeigt. Im Anschluss an die strafprozessualen Maßnahmen wurden sie entlassen, jedoch in Richtung ihrer Aufnahmeeinrichtung in Fallingbostel.

Nach Rücksprache boten die Beamten den polizeibekannten 18-Jährigen der Staatsanwaltschaft Hannover zum „Beschleunigten Verfahren“ an. Da der Beschuldigte die Unterschriften unter anderem zur „Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten“ sowie den „Tatvorwurf“ verweigerte, entschied der diensthabende Oberstaatsanwalt die Festnahme und die damit verbundene Freiheitsentziehung im Rahmen des „Beschleunigten Verfahrens“. Möglicherweise aber waren die drei Nordafrikaner ja auch auf der Rückreise in ihre Heimat, da Dänemark das Asylbegehren ablehnt.

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