Polizei dämmt „Antänzerszene“ ein – Bilanz erstes Halbjahr 2016

25. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Die sogenannten „Antanzdiebstähle“ sind um gut 50 Prozent reduziert worden, teilt die Polizeidirektion Hannover mit. Dies sei insbesondere durch eine zentralisierte Sachbearbeitung sowie erhöhte Präsenz an den Wochenenden gelungen. Nach Auswertung der bekannt gewordenen Fälle beim „Taschendiebstahl“ erkennt die Polizeidirektion (PD) Hannover eine positive Trendwende im Stadtgebiet. Verzeichnete die PD im ersten Halbjahr 2015 noch 950 Taten, reduzierte sich die Zahl im Vergleichszeitraum 2016 um 15,16 Prozent auf 806.

Antänzerszene unter intensiver Beobachtung - Foto: PAH

Antänzerszene unter intensiver Beobachtung – Foto: PAH

Im Einzelnen: Während die Zahl der „sonstigen Taschendiebstähle“ im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2015 (630 Taten) um 19 Fälle auf 649 leicht anstieg, gelang es der Polizei, diese „Antanztaten“ im entsprechenden Zeitraum von 320 auf 157 (minus 50,94 Prozent) zu minimieren. Polizeidirektor Olaf Gösmann sieht die Gründe dazu so: „Durch akribische und zentralisierte Ermittlungsarbeit für den Bereich der Stadt Hannover ist es uns gelungen, die Strukturen der „Antanzszene“ aufzuhellen.“ Die Steigerung der Aufklärungsquote um sechs auf aktuell 14 Prozent (138 Fälle) führt der Leiter der PI Mitte auf „erhöhte Präsenz der Beamten an Wochenenden und konsequentes Vorgehen gegen die Täter“ zurück.

Nach dem ersten Auftreten des Phänomens „Antänzer“ im Oktober 2012, einem zwischenzeitlichen Rückgang sowie einer erneuten Zunahme der Fallzahlen Ende 2013/Anfang 2014 reagierte die PI Mitte mit der Einrichtung der Ermittlungsgruppe (EG) „Maghreb“ am 17. Februar 2014. Unter anderem durch operative Maßnahmen gelang es, vermehrt Täter festzunehmen und diese anschließend dem beschleunigten Verfahren oder der Untersuchungshaft zuzuführen. Die Konsequenz: ein signifikanter Rückgang der Taten. Die EG wurde zum 31. Mai 2014 in die Alltagsorganisation integriert. Im Stadtgebiet begangene „Antanzdiebstähle“ werden zentral durch die in der PI Mitte angesiedelte EG „Tasche“ bearbeitet.

Zum Jahreswechsel 2015/2016 ist ein erneuter Fallzahlenanstieg festgestellt worden. Aufgrund dieser Entwicklung hat die Polizei umgehend reagiert und die operativen Maßnahmen im Innenstadtbereich erhöht. Dabei sind auch die Vorkommnisse im Laufe der Silvesternacht in anderen deutschen Großstädten in die Lagebewertung mit einbezogen worden, auch wenn dieses Phänomen („Antanzen“ mit sexuellem Motiv) in dieser Form in Hannover nicht festgestellt wurde.

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