Pfefferspray legt Schule lahm

8. Dezember 2015 @

Eine 13-jährige Schülerin der IGS Sassenburg sorgte für einen Großeinsatz von Polizei, Hilfs- und Rettungsdiensten am Montagmorgen. Nach eigenen Angaben hatte sie gegen 10.15 Uhr unabsichtlich Pfefferspray in einem Flur der Schule versprüht, so die Polizei.

Pfefferspray gehört nicht in Hosentasche - wenn es denn überhaupt erlaubt ist - Foto: JPH

Pfefferspray gehört nicht in Hosentasche – wenn es denn überhaupt erlaubt ist – Foto: JPH

Der Reizstoff breitete sich im Schulgebäude unter anderem über die Lüftung aus und sorgte so für Atemwegsreizungen und Übelkeit bei zahlreichen Schülerinnen und Schülern. Da sich die 13-Jährige zunächst nicht offenbarte, gingen die alarmierten Rettungskräfte zunächst von einer unbekannten Substanz aus, die die Symptome ausgelöst hatte. Daher wurde der Gefahrgutzug der Feuerwehr Gifhorn alarmiert, um den in der Raumluft vorhandenen Reizstoff zu analysieren. Gleichzeitig fuhren mehrere Rettungswagen und Notärzte zum Ort des Geschehens. Die Schnelleinsatzgruppe des DRK Gifhorn baute ein Behandlungszelt auf und versorgte mehr als 50 Schülerinnen und Schüler, die über die genannten Symptome klagten. 16 von ihnen wurden vorsorglich mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die Schule wurde vollständig evakuiert, der weitere Unterricht am Montag fiel für alle Klassen aus.

Gegen 11.15 Uhr gaben die Einsatzkräfte der Feuerwehr Entwarnung: Bei der festgestellten Substanz handele es sich um Pfefferspray. Gegen 11.50 Uhr offenbarte sich die 13-Jährige den Polizeibeamten. Sie habe die Dose mit Pfefferspray aus dem Auto ihrer Mutter gemopst und mit in die Schule genommen. Als sie dort über einen Flur ging, trug sie das Spray in der Hosentasche bei sich und drückte nach eigenen Angaben versehentlich den Auslöseknopf, so dass sich das Pfefferspray ausbreiten konnte.

Die 13-jährige wurde anschließend zur Polizeiinspektion Gifhorn gebracht, wo sie nach einer Befragung ihren Eltern übergeben wurde. Diesen droht nun möglicherweise eine nicht unerhebliche Rechnung, die von den beteiligten Institutionen gestellt werden kann. Daneben kann Pfefferspray unter bestimmten Bedingungen unter das Waffenrecht fallen, also schon der Besitz strafrechtlich relevant sein.

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