Neuer Seenotrettungskreuzer „Berlin“ in Dienst gestellt

13. Februar 2017 @

Der neue Seenotrettungskreuzer Berlin hat auf der Station Laboe seinen Dienst aufgenommen. Mehr als 700 Freunde und Förderer der Seenotretter nahmen am Sonnabend, 4. Februar, anlässlich der offiziellen Indienststellung die Gelegenheit wahr, die modernste Rettungseinheit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu besichtigen. Unter ihnen war auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Albig.

Indienststellung des neuen Seenotrettungskreuzers „Berlin“ (hi., mi.) am 4. Februar 2017 in Laboe: Rettungseinheiten der Nachbarstationen und Partner der Seenotretter wie die Wasserschutzpolizei sind gekommen – Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Die neue „Berlin“ hat in Laboe ihre 32 Jahre alte Vorgängerin gleichen Namens ersetzt. Sie wurde, wie die gesamte Arbeit der Seenotretter, ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Der kurz vor Weihnachten getaufte Neubau ist der zweite der neu entwickelten 28-Meter-Seenotrettungskreuzer. Diese Klasse ist der leistungsfähige Nachfolgetyp für die zwischen 1985 und 1992 in Dienst gestellten 27,5-Meter-Einheiten.

Viele Gäste, darunter die Partner der Seenotretter auf und über See, Vertreter von Behörden, Vereinen und Verbänden sowie der Politik, nutzen die Gelegenheit, die 28 Meter lange, 6,20 Meter breite, fast 4000 PS starke und 24 Knoten schnelle „Berlin“ zu besichtigen. „Die moderne Technik, aber vor allem die unabhängige, rein spendenfinanzierte Organisationsform der Seenotretter und ihre freiwillige, überwiegend ehrenamtliche Arbeit beeindrucken mich. Sie leisten eine unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit von Berufsseeleuten sowie Wassersportlern vor unseren Küsten“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig in Laboe.

Besondere Merkmale der rund um die Uhr mit vier Seenotrettern besetzten „Berlin“ sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden selbst wieder aufzurichten. In der Heckwanne führt sie das gut acht Meter lange Tochterboot „Steppke“ mit.

Vormann Michael Müller, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder und Tochterboot-Taufpatin Tessa Mielitz (v. l.) an Bord der „Berlin“ bei der offiziellen Indienststellung – Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Für die Besatzung ändert sich mit dem neuen Schiffstyp einiges: Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin verfügt die neue „Berlin“ über eine geschlossene Brücke. Den Schiffbauern ist es gelungen, eine hervorragende Rundumsicht zu gewährleisten und auch einen speziellen Arbeitsplatz für die Einsatzkoordination auf der Brücke zu integrieren.

Die Begrüßung in Laboe am 15. Januar hatten die Freiwillige Feuerwehr Laboe mit Martinshorn und Wasserfontänen sowie der Verein „Ole Schippn“ mit Shanty-Klängen stimmungsvoll in Szene gesetzt. Bereits drei Tage später hatte die neue „Berlin“ bei ihrem ersten Einsatz ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt (SN berichteten). Laboe ist die einsatzreichste Station der Seenotretter mit jährlich 130 bis 150 Alarmierungen. Mehr als 13 000 Berliner spenden regelmäßig für ihre Arbeit, und rund 400 Sammelschiffchen haben ihren „Liegeplatz“ in der Bundeshauptstadt. Viele Berliner sind zudem Wassersportler auf der Kieler Förde oder verbringen an den Stränden im Revier der „Berlin“ ihren Urlaub.

Anzeige

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.