Neue Betrugsmasche mit Gutscheinkarten

7. April 2017 @

Potenzielle Opfer dieser Betrugsform sind Zeitschriftenabonnenten, deren persönliche Daten offensichtlich von Betrügern für Telefonanrufe benutzt werden, teilt die Polizei aus Celle jetzt mit.

Den Notar und den Wachdienst soll man bezahlen – Foto: JPH

Beim Angerufenen wird eine Telefonnummer mit deutscher Vorwahl, beispielsweise aus Berlin, Bremen oder München, angezeigt. Es meldet sich das „Callcenter eines Verlages“ und teilt mit, dass der Abonnent bei einem Gewinnspiel gewonnen hätte. Hierfür war die bewusste Teilnahme an einem solchen Gewinnspiel gar nicht erforderlich, sondern die Gewinner würden aus dem Kreise der Abonnenten ausgelost – wird dem Angerufenen erklärt.

Nun erfährt das Opfer genau, wie ihm der gewonnene hohe Geldbetrag in einem mittels Code gesicherten Koffer durch einen Notar überreicht wird. Da der Betrag so hoch sei, in manchen Fällen 39 000 Euro, würde aus Sicherheitsgründen eigens eine Wachfirma engagiert werden, um jedes Risiko auszuschließen. Auf jeden Fall könne sich der Gewinner den Zahlencode für den Geldkoffer schon einmal notieren, müsse den aber selbstverständlich geheim halten.

Das Einzige, was der glückliche Gewinner noch tun müsse, um in den Genuss des Geldes zu kommen, sei das Honorar für den Notar sowie die Kosten für den Wachdienst zu übernehmen. Diese Kosten würden sich auf 900 Euro belaufen, die in Form von „Gutscheinen“ beglichen werden sollen. Hierbei sind Gutscheine zum Beispiel von einem großen Internet-Händler gemeint, die in Tankstellen und Supermärkten gekauft werden können.

Der „Mensch vom Callcenter“ merkt noch an, dass es besser wäre, den Betrag von 900 Euro auf mehrere kleine Gutscheine aufzuteilen. In einem zweiten Anruf fragt jemand vom „Callcenter“ einige Tage später nach der Codierung der Gutscheine, damit der Notar alles für die Kofferübergabe vorbereiten könne.

Zu dieser Übergabe kommt es allerdings nicht. Es verschwindet lediglich das Guthaben von den Gutscheinkarten. Wenn für die Betrüger alles richtig gut läuft, versuchen sie es dreist mit einem weiteren Anruf. In diesem entschuldigen sie sich für einen kleinen Fehler – versehentlich sei es zu einem Zahlendreher bei der Gewinnsumme gekommen. Nicht 39 000, nein, ganze 93 000 Euro hätte der Abonnent gewonnen! Dadurch würden sich jetzt die Notarkosten entsprechend erhöhen. Ob der „Gewinner“ nicht noch ein paar Gutscheine kaufen könne?

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