Navi-Bande in Hannover aktiv – Polizei informiert und gibt Präventionstipps

27. Juli 2017 @

Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag auf Dienstag in fünf hannoverschen Stadtteilen insgesamt sieben Fahrzeuge aufgebrochen und Airbags sowie Navigationsgeräte gestohlen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Kripo haben die Diebe während der Nacht in den Stadtteilen Sahlkamp, Nordstadt, Groß-Buchholz, Linden-Mitte und Herrenhausen zugeschlagen. Die Täter verschafften sich Zugang zu sechs BMW und einen Mercedes, wobei sie in vier Fällen die Methode „Scheiben einschlagen“ genutzt hatten. Anschließend bauten die Diebe aus vier Fahrzeugen die fest installierten Navigationsgeräte aus. Bei den restlichen Autos demontierten sie die Airbags. Zusätzlich stahlen die Täter aus einem geparkten Mercedes einen Laptop. Nach Schätzungen der „Ermittlungsgruppe (EG) Kfz“ ist ein Gesamtschaden in Höhe von 15 000 Euro entstanden.

Navi-Bande ist wieder im Raum Hannover unterwegs. Augen auf: Ausbaldowern kommt vor dem Bruch – Foto: Red

Der Diebstahl von fest eingebauten Navigationsgeräten oder Airbags aus Fahrzeugen verursacht bundesweit einen jährlichen wirtschaftlichen Gesamtschaden in Höhe von zirka 8,8 Millionen Euro. Auch die Region Hannover ist davon betroffen. Professionelle Banden, die gezielt Kraftfahrzeuge aufbrechen – und davon gehen die Beamten der „EG Kfz“ aus – begingen im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover über 1100 Taten. Die Täter stammen überwiegend aus Osteuropa und sind meist Mitglieder von bandenmäßig strukturierten, arbeitsteilig vorgehenden Gruppierungen.

Am Anfang steht das Ausbaldowern relevanter Fahrzeuge unter dem Aspekt „günstige Gegebenheit“. Erst dann reisen die eigentlichen „Handwerker“ an und arbeiten die „Bestellliste“ ab. Die sehr gute Verkehrsanbindung der Region Hannover spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle. Denn die offensichtlich ortskundige Tätergruppierung orientiert sich dabei an Hauptverkehrsadern und verfügt so über entsprechend gute Fluchtmöglichkeiten, auch was die Vernetzung öffentlicher Verkehrsmittel angeht.

Die Tat an sich ist simpel aber effizient. In über 90 Prozent aller Fälle schlagen die Täter die hintere Dreiecksscheibe ein und entriegeln danach das Fahrzeug. Vier bis acht Minuten – länger brauchen sie nicht, um das Fahrzeug zu öffnen und das Navi auszubauen. Wenige Minuten, aber enormer Schaden. Häufig bietet sich dem Eigentümer ein Bild der Verwüstung: Eingeschlagene  Scheiben, herausgebrochene Armaturenbrettverkleidungen und gewaltsam durchgeschnittene Kabelstränge führen zu einem Schaden von durchschnittlich 8000 Euro. Die Kosten für das Navigationsgerät oder den Airbag selbst nicht mit eingerechnet.

Doch damit nicht genug, in vielen Fällen bedeutet das Aufsuchen von Vertragswerkstätten des Autoherstellers, um die Schäden fachmännisch beheben zu lassen, einen großen Zeitaufwand. Nicht selten müssen Ersatzteillieferzeiten und Reparaturzeiten von sechs bis acht Wochen in Kauf genommen werden.

Durch die Einrichtung der „EG Kfz“ und die damit verbundenen zentralisierten Ermittlungen versucht die Polizei Brennpunkte zeitnah zu erkennen, schneller darauf zu reagieren und zügig geeignete Fahndungsmaßnahmen einzuleiten. Eine immens wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Kfz-Kriminalität spielt in diesem Kontext auch die Hilfe durch die Bevölkerung, der „wachsame Nachbar“ schon in der Phase „Erkundung“ und insbesondere die Eigeninitiative zum Schutz des Eigentums.

Das absolut diebstahlsichere Fahrzeug gibt es nicht. Allerdings hat jeder die Möglichkeit, es den Dieben zumindest so schwer wie möglich zu machen. Weitere Informationen und Präventionstipps finden Sie auf der Homepage der Polizeidirektion Hannover.

 

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