Nachfolger der „Hermann Helms“ aus Cuxhaven auf Kiel gelegt

29. April 2016 @

SEHNDE-NEWS. Für eine ihrer einsatzreichsten Stationen haben die Seenotretter am gestrigen Donnerstag ein neues Spezialschiff auf Kiel gelegt. Der dritte Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist für Cuxhaven bestimmt. Er entsteht auf der Fassmer-Werft an der Unterweser. Nach seiner Ablieferung im Frühjahr 2017 soll er die viel befahrene Elbmündung sichern und die 1985 gebaute „Hermann Helms“ ablösen. Dieses Revier gehört zu den am stärksten frequentierten Seeschifffahrtsstraßen der Welt.

Kiellegung des neuen Seenotrettungskreuzers für die Station Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). SK 37, so die interne Bezeichnung, wird einmal so aussehen wie das Typschiff der Klasse (links im Bild). Werftchef Harald Fassmer, DGzRS-Vorsitzender Gerhard Harder, Vormann Holger Wolpers, Sammelschiffchen-Mitarbeiterin Tanja Wagschal (v.li.) - Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Kiellegung des neuen Seenotrettungskreuzers für die Station Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). SK 37, so die interne Bezeichnung, wird einmal so aussehen wie das Typschiff der Klasse (links im Bild). Werftchef Harald Fassmer, DGzRS-Vorsitzender Gerhard Harder, Vormann Holger Wolpers, Sammelschiffchen-Mitarbeiterin Tanja Wagschal (v.li.) –
Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Für DGzRS-Mitarbeiterin Tanja Wagschal war die Kiellegung des 28-Meter-Neubaus im Betriebsteil Bardenfleth der Fassmer-Werft ein ganz besonderer Moment. Die Schiffe, mit denen sie normalerweise zu tun hat, sind nur wenige Zentimeter lang. In der Zentrale der Seenotretter kümmert sie sich um die rot-weißen Sammelschiffchen. Die rund 14 000 Einheiten der „32-Zentimeter-Klasse“ gelten als Deutschlands bekannteste Spendenbüchsen.

Tanja Wagschal ist Ansprechpartnerin für die große Gemeinschaft der Sammelschiffchen-„Kapitäne“, die Aufsteller vor Ort. Sie betreut die „Liegeplätze“, also die Aufstellorte, und verbucht den Eingang der „gelöschten Ladung“: „Insgesamt sind das Jahr für Jahr rund 930 000 Euro“, berichtet sie. Während sich im Bauch der Sammelschiffchen meist sehr viele Geldstücke finden, wird an Bord des Neubaus mit der internen Bezeichnung SK 37 (Tochterboot TB 41) eine einzige Münze jeden Einsatz mitfahren: Einer Schiffbautradition folgend legte Tanja Wagschal in eine Sektion des Neubaus das Zehn-Euro-Stück ein, das die Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS als offizielles Zahlungsmittel herausgegeben hatte.
Schiffbauern und Seenotrettern soll die Münze Sicherheit, Glück und Gesundheit verheißen. Vormann Holger Wolpers zeigte Tanja Wagschal den richtigen Platz: Während früher ein Geldstück unter dem Kiel lag und während der Bauzeit plattgedrückt wurde, findet bei heutiger Bauweise „kieloben“ die Münze Platz am Hauptspant in der Nähe des Maschinenraum-Frontschotts.

Holger Wolpers und seine acht Kollegen, die sich im vierzehntägigen Dienstrhythmus an Bord ablösen, sind mit dem Cuxhavener Seenotrettungskreuzer Jahr für Jahr zwischen 80 und 100 Mal im Einsatz. Ihr Revier ist stark befahren: Auf der Außenelbe trifft sich der Verkehr von und zum Hamburger Hafen sowie von und zum Nord-Ostsee-Kanal.

Tanja Wagschal, bei den Seenotrettern zuständig für die Sammelschiffchen, legt unter den Augen von Vormann Holger Wolpers die Zehn-Euro-Münze in eine der ersten Sektionen des neuen Seenotrettungskreuzers für die Station Cuxhaven ein - Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Tanja Wagschal, bei den Seenotrettern zuständig für die Sammelschiffchen, legt unter den Augen von Vormann Holger Wolpers die Zehn-Euro-Münze in eine der ersten Sektionen des neuen Seenotrettungskreuzers für die Station Cuxhaven ein – Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Traditionell geben die Seenotretter den Namen einer neuen Rettungseinheit erst bei der Taufe bekannt. So ist es auch für SK 37 und TB 41 vorgesehen. Das Typschiff der neuen, 24 Knoten (ca. 45 km/h) schnellen und fast 4000 PS starken 28-Meter-Klasse mit Tochterboot hatten die Seenotretter bereits 2015 zum 150-jährigen Bestehen auf den Namen „Ernst Meier-Hedde“ getauft und auf Amrum stationiert.

Ein zweiter Seenotrettungskreuzer dieser völlig neu konstruierten Klasse wird Ende dieses Jahres für die Station Laboe abgeliefert und wie sein Vorgänger „Berlin“ getauft werden. Ausnahmsweise steht in diesem Fall der Name bereits fest, weil die DGzRS dazu eine besondere Spendenaktion gestartet hat.

Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden die neuen Seenotrettungskreuzer und ihre Tochterboote im bewährten Netzspantensystem vollständig aus Aluminium gebaut, als Selbstaufrichter konstruiert und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Im Werft-Tagebuch der Seenotretter ist zu sehen, wie sie entstehen: Freunde und Förderer der Seenotretter können auch bereits für den jüngsten Neubau spenden, indem sie das Stichwort SK 37 online oder auf einer Überweisung angeben.

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