Mutmaßliche Unterschlagung in Hannover

30. Januar 2016 @

SEHNDE-NEWS. Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover ermitteln gegen eine bislang elfköpfige Gruppe wegen gewerbsmäßiger Hehlerei und Unterschlagung zum Nachteil der Firma Tchibo. Die Ermittler haben gestern 13 Wohnungen, vier Garagen und drei Lastwagen durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Eine Menge sichergestellte Tchibowaren fanden die Beamten in den Räumen - Foto: PAH

Eine Menge sichergestellte Tchibowaren fanden die Beamten in den Räumen – Foto: PAH

Die Firma Tchibo selbst hatte die Polizei im Oktober über die Unterschlagung diverser Waren aus ihrem Bestand informiert und auch Hinweise auf mögliche Täter und ihre Vertriebswege gegeben. Demnach bestand der Verdacht, dass Mitarbeiter eines Transportunternehmens, das für die Abholung von Kisten mit Retourware aus Tchibo-Filialen zuständig ist, Waren unterschlagen haben, die anschließend in großem Stil weiterverkauft wurden.

Umfangreiche Ermittlungen der Zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion Hannover führten schließlich zur Identifizierung von elf Tatverdächtigen, zehn Männer im Alter von 34 bis 54 Jahren sowie eine 29-jährige Frau, alle wohnhaft in Hannover und in Langenhagen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei und der Staatsanwaltschaft sollen acht der Männer als Fahrer des Transportunternehmens direkt an der Unterschlagung der Waren beteiligt gewesen sein. Anschließend sollen sie selbst oder ihre drei Komplizen die Artikel im Ausland, über Internet-Auktionsplattformen oder direkt aus angemieteten Garagen im Stadtgebiet teilweise verkauften haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover erließ ein Richter Durchsuchungsbeschlüsse für 13 Wohnungen, vier Garagen und drei Lastwagen, die am Donnerstag in den hannoverschen Stadtteilen Vahrenwald, Vahrenheide, Sahlkamp, Stöcken, Ricklingen, Linden, Bemerode, List sowie in Langenhagen vollstreckt wurden. Die Ermittler stellten nach eigenen Angaben dabei knapp 700, mit Ware gefüllte und über 200 leere Transportkisten der Firma Tchibo sicher, die dort offenbar für den Weiterverkauf zwischengelagert worden waren. Dabei handelte es sich nach Polizeiangaben überwiegend um Bekleidung, Elektroartikel und Kaffee. Darüber hinaus fanden die Beamten knapp 70 Müllsäcke sowie 18 Umzugskartons, ebenfalls gefüllt mit Tchibo-Artikeln.

Der durch die Tatverdächtigen entstandene Schaden für die Firma Tchibo kann durch die Polizei derzeit noch nicht genau beziffert werden, dürfte jedoch nach bisherigen Schätzungen im sechsstelligen Bereich liegen. Acht Tatverdächtige trafen die Polizisten im Rahmen ihrer Maßnahmen an. Bis auf einen, der die Unterschlagung der Waren gegenüber der Polizei zugab, machte keiner der Männer Angaben. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

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