Mob greift Bundespolizisten an und will Gefangenen befreien

17. April 2018 @

Vier Bundespolizisten sind in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag bei einem Einsatz im Hauptbahnhof angegriffen und verletzt worden. Ein Beamter ist derzeit noch dienstunfähig.

Die Bundespolizei wollte nur das Platzverbot durchsetzen – Foto: JPH

Nach einer verbalen Streitigkeit im Schnellimbiss im Hauptbahnhof wurden zwei Beamte zur Hilfe gerufen, um einen Platzverweis gegen drei Heranwachsende im Alter von 18, 19, 20 Jahren durchsetzen, so die Polizei. Zwei von ihnen wehrten sich massiv dagegen und griffen die Beamten an. Plötzlich riss ein bis dahin völlig unbeteiligter 19-Jähriger aus der umstehenden gaffenden und pöbelnden Menschenansammlung heraus einen 53-jährigen Beamten von hinten an und brachte ihn zu Boden. Als der Beamte sich wieder aufrichten wollte und bereits kniete, holte der Angreifer mit voller Wucht aus und trat dem Beamten mit dem Fuß unters Kinn. Der Beamte erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen.

Zwei zufällig privat vorbeigehende LKA-Beamte halfen und überwältigten den flüchtenden Angreifer. Immer wieder versuchten die Tatbeteiligten, den Angreifer anschließend zu befreien. Dabei wurden sie durch einen schreienden und pfeifenden Mob von bis zu 50 Personen auch noch angefeuert, begafft und gefilmt, so die Polizei. Weitere Verstärkung war nötig, um die Situation schließlich unter Kontrolle zu bringen. Alle Tatbeteiligten wurden vorläufig festgenommen und zur Wache gebracht.

Zwei Heranwachsende im Alter von 19 Jahren verhielten sich den Beamten zufolge äußerst aggressiv und leisteten dabei erheblichen Widerstand. Der aggressive Treter musste auf Weisung des Amtsarztes dann noch einige Stunden zur Beruhigung in der Gewahrsamszelle bleiben. Von allen Beteiligten wurden Blutproben genommen, da der Verdacht auf Drogenkonsum bestand. Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung und falscher Namensangabe wurden eingeleitet.

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