Menschenhandel: Rund 800 Prostituierte in Niedersachsen überprüft

30. April 2016 @

Durch das Bundeskriminalamt initiiert und in Zusammenarbeit mit Europol haben am Donnerstagabend Beamte der niedersächsischen Polizei, des Zolls sowie der Steuerfahndung und der Ausländerbehörde Bordelle und bordellähnliche Betriebe kontrolliert. Ziel der Aktion war es, Opfer von Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf Menschenhändler und deren Netzwerke zu erlangen.

Die KriPo wurde fündig auch in Niedersachsen - Foto: JPH

Die KriPo wurde fündig auch in Niedersachsen – Foto: JPH

Dabei wurden im Rahmen der europaweiten Kontrollaktion zur Bekämpfung des westafrikanischen Menschenhandels insgesamt 785 Prostituierte an 468 Örtlichkeiten in Niedersachsen überprüft. Es wurden 19 Frauen aus Nigeria angetroffen, die restlichen überprüften Personen stammten aus unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Thailand, Dominikanische Republik und Deutschland, vorwiegend aber aus den EU-Staaten Rumänien (175) und Bulgarien (148).

Fünf der angetroffenen Frauen aus Nigeria und Rumänien waren unter 21 Jahren, so dass in diesen Fällen von einem begründeten Verdacht des Menschenhandels auszugehen ist. In einem weiteren Fall hat sich der Verdacht des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung bestätigt. Außerdem waren drei der kontrollierten Frauen zur Abschiebung ausgeschrieben.

Darüber hinaus wurden im Zusammenhang mit dem Menschenhandel zum Nachteil insbesondere nigerianischer Prostituierter eine Vielzahl an Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz und der unbefugten Arbeitsaufnahme festgestellt. Ferner wurden Anzeigen wegen diverser arbeits-, gewerbe- und steuerrechtlicher Verstöße gefertigt. In Niedersachsen sind vergangenes Jahr 32 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung geführt worden.

An der Kontrollaktion haben sich in Niedersachsen 25 Polizeidienststellen aus sechs Polizeidirektionen beteiligt.

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