Goodbye, Hermann Helms

9. Juni 2017 @

Auf einer der einsatzreichsten Stationen der Seenotretter an Nord- und Ostsee geht eine Ära zu Ende: 32 Jahre lang sorgte der Seenotrettungskreuzer Hermann Helms für Sicherheit in der viel befahrenen Elbmündung. Nun stationiert die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen hochmodernen Nachfolger an einer der am stärksten frequentierten Seeschifffahrtsstraßen der Welt mit rund 100 000 Schiffsbewegungen pro Jahr. Zur Taufe am Sonnabend sind alle Freunde und Förderer der Seenotretter herzlich willkommen.

Einsatz der HERMANN HELMS für die „Hamburg“ am 8./9. November 1989 nach der Kollision mit einem Containerfrachter – Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Noch trägt der 28-Meter-Neubau lediglich eine Nummer: SK 37. Zwei zusammen fast 4000 PS starke Maschinen werden den äußerst seetüchtigen Selbstaufrichter auf 24 Knoten (45 km/h) beschleunigen. An Bord sind modernste Kommunikations- und Navigationsmittel, Feuerlösch- und Fremdlenzeinrichtungen.

In der gezeitengeprägten, navigatorisch anspruchsvollen Elbmündung trifft sich der Verkehr nach Hamburg und zum Nord-Ostsee-Kanal. Das Scharhörnriff und die Untiefe Großer Vogelsand sind seit alters her bekannt als Schiffsfriedhöfe. Aus dem Mahlsand der Nordsee konnten viele Schiffe nicht mehr befreit werden. Noch heute sind einige Wracks sichtbar und künden als stumme Mahnmale von den Gefahren.

Das Einsatzspektrum der Cuxhavener Seenotretter ist breit gefächert: Es umfasst alle denkbaren Notfälle auf See – vom Ozeanriesen bis zum Wattwanderer. Mehr 2500 Einsätze und mehrere tausend Kontrollfahrten legte die Hermann Helms seit ihrer Indienststellung 1985 zurück. Gemessen an den gefahrenen Seemeilen umrundete sie zwei Mal die Erde. Vormann Holger Wolpers und seine acht fest angestellten Kollegen sind Jahr für Jahr zwischen 80 und 100 Mal im Einsatz. Jeweils vier Mann sind in 14-tägigen Törns an Bord, außerdem gehören neun Freiwillige zur Station.

Einsatz der HERMANN HELMS für das brennende Kümo „Swantje“ am 1. September 1995 – Foto: Michael Rauhe

Cuxhaven gehört zu den ältesten Stationen der Seenotretter. Bereits 1866 gab es dort das erste Ruderrettungsboot. Stets sicherten besonders leistungsfähige Rettungseinheiten die Elbmündung, darunter ab 1914 eines der ersten deutschen Motorrettungsboote „Carl Laeisz“, später das Doppelschrauben-Motorrettungsboot „Richard C. Krogmann“ sowie schließlich weitere Seenotrettungskreuzer bis zur Hermann Helms und nun SK 37.

Den endgültigen Namen von SK 37 geben die Seenotretter entsprechend ihrer Tradition erst bei der Taufe um 15 Uhr bekannt. Dazu erwarten sie Hunderte Zuschauer, von Freunde und Förderer. Das Rahmenprogramm beginnt bereits um 11 Uhr. Es ist zugleich die Gelegenheit, Abschied zu nehmen von einem der bekanntesten Seenotrettungskreuzer. Anschließend wird die Hermann Helms verkauft. Thank you, farewell and goodbye!

Eine Revierfahrt der Hermann Helms können Sie hier miterleben, die Testfahrt seines Nachfolgers SK 37 hier.

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