Großeinsatz in Höver: Gefahrgut ausgetreten

20. Dezember 2016 @

Zu einem Gefahrguteinsatz ist der ABC-Zug der Region Hannover Ost am Montagabend um 20.24 Uhr nach Höver alarmiert worden. Dort ist bei Umschlagarbeiten der Spedition an der Hannoverschen Straße ein Behälter beschädigt worden. Nachdem zunächst der Inhalt unbekannt war, bestand die Möglichkeit der erhöhten Gefahr durch Reizung der Atemwege. Doch nachdem der Stoff nach kurzer Zeit identifiziert war, konnte eine Gefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen werden. Verletzt wurde niemand.

Zeitweise waren 100 Feuerwehrleute im Einsatz – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Montagabend ist es auf dem Gelände der Speditionsfirma  an der Hannoverschen Straße in Höver zu einem Verladezwischenfall in der Halle gekommen. Dabei schlug aus bislang ungeklärter Ursache ein Spezialbehälter mit etwa 200 Litern stark ätzender sowie leicht entzündlicher Flüssigkeit Leck. Der Stoff verflüchtigt sich jedoch relativ rasch mit Kontakt an der Umgebungsluft.

Um 20.23 Uhr am gestrigen Abend meldet die Firma der Feuerwehrleitstelle, dass in ihrer Halle ein Behälter mit einer gefährlichen Flüssigkeit leckgeschlagen sei. Daraufhin wurde die zuständige Ortsfeuerwehr gemeinsam mit der Fachgruppe ABC der Region Hannover Ost Gefahren alarmiert, die mit dem Gefahrgutmesswagen aus Höver umgehend vor Ort war.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war die Halle bereits geräumt worden. Nach ersten Auskünften seitens der Firma ging der betriebszugehörige Chemiker von Salzsäure aus.

Die Feuerwehr begann umgehend mit der Absperrung der betroffenen LKW-Wechselbrücke und dem übrigen Hallenbereich sowie mit dem Aufbau eines Löschangriffs und der Einrichtung eines Dekontaminationsplatzes am Gebäude. Zwischenzeitlich wurde der ABC-Einsatzlevel auf die nächst höhere Stufe gehoben. Dadurch wurde der Gefahrgutzug Region Hannover Ost komplett nach Höver alarmiert. Dieser konnte aber dann seine Einsatzfahrt abbrechen, denn nachdem in der Zwischenzeit die Ladepapiere der Wechselbrücke zugeordnet werden konnten, stellte sich der Stoff „Triethylamin“  als Inhalt des beschädigten Behälters heraus. Danach gingen Feuerwehreinsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen in den betroffenen Bereich vor und führten Messungen durch. Der Stoff Triethylamin hatte sich in Verbindung mit Sauerstoff und Raumtemperatur fast schlagartig verflüchtigt, eine Eigenschaft schnellflüchtiger Stoffe. Vermutlich waren aber geringe Mengen zuvor noch in das geschlossene Abwassersystem der Firma geflossen.

In schwerem Schutzanzug ging die Feuerwehr zur Messung an der Einsatzstelle vor – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

„Um 22.23 Uhr entschied die Einsatzleitung der Feuerwehr aufgrund des stabilen Zustandes der Messungen, dass firmeneigene Rohrnetz mit Wasser zu spülen und mit einem Spülwagen das eventuell kontaminierte Wasser wieder abzusaugen“, so Tim Herrmann, Sprecher der Stadtfeuerwehr Sehnde. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stadtfeuerwehr Sehnde mit mehr als 100 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen rund vier Stunden im Einsatz.

Für die Entsorgung des Wasser-Stoff-Gemisches wurde durch die Spedition ein Entsorgungsunternehmen beauftragt.

„Die umfangreichen Messungen der Feuerwehr haben ergeben, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der umliegenden Bevölkerung und Betriebe bestanden hat. Verletzt wurde bei diesem Einsatz glücklicherweise niemand, ein größerer Sachschaden konnte verhindert werden“, so Herrmann abschließend.

Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Höver, Müllingen-Wirringen, Ilten, Bilm, Rethmar, Sehnde und Bolzum sowie die Fachgruppe ABC Gefahren und der Rettungsdienst.

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