Feuerwehr lässt die Sau raus: Wildschweinrettung aus Mittellandkanal

10. Januar 2016 @

Die Ortsfeuerwehr Höver ist am Sonnabendmorgen zu ihrem zweiten Einsatz ausgerückt. Der allerdings war ein „tierisches Vergnügen“: Es galt, ein Wildschwein aus dem Mittellandkanal zu retten. Das konnte allein die Fahrrinne nicht mehr verlassen.

Der größte Teil der Rotte kam noch ans Ufer - Foto. Stadtfeuerwehr Sehnde

Der größte Teil der Rotte kam noch ans Ufer – Foto. Stadtfeuerwehr Sehnde

Gegen 10.25 Uhr ist die Ortsfeuerwehr Höver am Sonnabend zur Tierrettung alarmiert worden. Im Mittellandkanal zwischen Höver und der Anderter Schleuse schwammen sieben orientierungslose Wildschweine. Die Tiere hatten vermutlich wohl den Kanal in Richtung Höver überqueren wollen. Hierbei hatten sie dann vermutlich die Orientierung verloren und schwammen in Richtung der Anderter Schleuse, wo sie aber wegen der Spundwände nicht mehr aus dem Wasser kamen.

Während sechs der Tiere dann den Weg alleine zurückfanden und kurz hinter dem Anleger der Firma Holcim am Ende der Spundwände wieder aus dem Wasser kamen, hatte eines die Gruppe verloren und schwamm nun ziellos auf dem Kanal hin und her.

Das Tier lag zunächst erschöpft am Kai - Foto. Stadtfeuerwehr Sehnde

Das Tier lag zunächst erschöpft am Kai – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Als das Tier in Ufernähe kam, konnten es die uniformierten Tierretter mit zwei Tauen von einem vor Anker liegendem Schiff einfangen und aus dem Wasser herausheben. Damit das total erschöpfte Tier sich erst einmal wieder beruhigen und ausruhen konnte, wurde es auf den Weg gelegt und die Menschen hielten Abstand zu ihm. Als es nach einiger Zeit abtransportiert werden sollte, ging das Tier ein paar Schritte rückwärts und fiel wieder in den Kanal.

Schließlich wurde das total fertige Schwein in Höver ausgesetzt - Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Schließlich wurde das total fertige Schwein in Höver ausgesetzt – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Es schwamm nun wieder auf die andere Kanalseite, wohin sich auch gleich die Feuerwehrleute auf den Weg machten. Nach etwa 300 Metern kam es aber wieder zurück. Dabei kreuzte das Tier, das seinen Kopf kaum noch über Wasser halten konnte, den Weg eines Frachtschiffes, das es noch einige Meter im Wasserstrom mit sich zog. Als die Sau dann dicht genug ans Ufer kam, griff die Feuerwehr beherzt zu und hob das etwa 45 Kilogramm schwere Tier die Spundwand hoch. Die Gegenwehr war nun fast null, denn dafür war das Tier schon viel zu erschöpft.

Mit dem alarmierten Gerätewagen-Logistik der Ortsfeuerwehr Sehnde wurde das „Glücksschwein“ schließlich in einem Wald nahe Höver gebracht und wieder ausgesetzt. Als Maskottchen hatte der Schwarzkittel dann doch nicht bei der Feuerwehr anheuern wollen. Im Einsatz war die Ortsfeuerwehr Höver mit drei Fahrzeugen und elf Kameraden, sowie die Ortsfeuerwehr Sehnde mit dem GW-Logistik und zwei Kameraden. Dazu kamen ein Frachtschiff und ein Lieger.

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