Erwartungsgemäß: Schussabgaben aus der MP 5 waren wohl Bedienungsfehler

21. Dezember 2017 @

Die technischen Untersuchungen der beiden MP 5, aus denen sich am Montag und Mittwoch der vergangenen Woche je ein Schuss gelöst hatte, sind abgeschlossen. Nach einer umfangreichen Revision ergeben sich für beide Waffen keine Hinweise auf einen technischen Defekt, so die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) am Mittwoch.

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Schussabgabe laut ZPD ein „Bedienfehler“- Foto: Red

Wie von der ZPD bestätigt, ereigneten sich die Vorfälle am 11. und 13. Dezember. Der erste Schuss löste sich laut Angaben unter „Beachtung der Sicherheitsvorschriften“ gegen 16.50 Uhr im Zuge einer Waffenübergabe am Rande des hannoverschen Weihnachtsmarkts in der Altstadt. Passanten, die mehr als 50 Meter entfernt standen, wurden nicht gefährdet. Das Projektil schlug in den Asphalt ein.

Der zweite Vorfall ereignete sich zwei Tage später gegen 21.30 Uhr in einer sogenannten Entladeecke auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) an der Tannenbergallee in Hannover. Dort sollte die Waffe nach dem Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt von einem Einsatzbeamten „entladen und gesichert“ werden. Da er die Waffe den Vorschriften entsprechend mit Lauf und Mündung nach unten gehalten hatte, schlug das Projektil folgenlos ins Erdreich ein. Weshalb die MP 5 „entsichert“ entladen und erst danach gesichert wird, bleibt offen.

Die Sicherungseinrichtung an der von Heckler und Koch fabrizierten Maschinenpistole ähnelt der des ehemaligen Bundeswehr-Sturmgewehrs G3. Dort erfolgte das Entladen ohne Magazin im Schacht zunächst im gesicherten Zustand der Waffe nach Zurückziehen und Einrasten des Verschlusses zur Entnahme der Patrone aus dem Patronenlager (Rohr). Das „Entspannen“ des Hahnes folgte dann im entladenen Zustand, nachdem die Patrone aus dem Patronenlager entnommen worden war.

„Auf Grundlage der mir nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse gehe ich in beiden Fällen von Handhabungsfehlern aus, die nicht passieren dürfen“, sagte Polizeipräsidentin Christiana Berg Mittwochmorgen in einer ersten Bewertung. „Obwohl die Einsatzkräfte der ZPD nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohungslage in Deutschland bereits über ein hohes Maß an Handlungssicherheit im Umgang mit der MP 5 verfügen, werden wir unsere Standards jetzt noch weiter erhöhen. Diese Vorfälle dürfen sich nicht wiederholen. Deswegen arbeiten die Schusswaffeneinsatztrainer in unserem Trainingszentrum bereits an einer Anpassung der Aus- und Fortbildungskonzepte zum sicheren Umgang mit unseren Waffen“, so Christiana Berg abschließend.

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