Erster Einsatz der DGzRS vor Lesbos: 57 Menschen, gerettet

8. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Der Seenotrettungskreuzer „Minden“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist am Montag zum ersten Mal vor der griechischen Insel Lesbos im Einsatz gewesen. Dabei hat die Besatzung der Minden in der Ägäis 57 Menschen aus Seenot gerettet, 20 von ihnen sind Kinder. Im Rahmen eines zeitlich befristeten internationalen Einsatzes unterstützen die deutschen Seenotretter derzeit ihre griechischen Kollegen.

Das Tochterboot MARGARETE bugsiert ein überfülltes und seeuntüchtiges Schlauchboot an die geöffnete Heckklappe des Seenotrettungskreuzers MINDEN heran – Foto: DGzRS

Das Tochterboot MARGARETE bugsiert ein überfülltes und seeuntüchtiges Schlauchboot an die geöffnete Heckklappe des Seenotrettungskreuzers MINDEN heran – Foto: DGzRS

Das Joint Rescue Coordination Centre (JRCC) Piräus, die griechische Seenotleitung, alarmierte die Minden gegen 6 Uhr am Montagmorgen. Bei den Geretteten handelt es sich überwiegend um syrische Flüchtlinge. Sie wurden auf Veranlassung der Seenotleitung im Hafen von Mytilini an die griechischen Behörden übergeben.

Vor der Südostküste der Insel barg die Besatzung der Minden die insgesamt 57 Menschen von zwei seeuntüchtigen Schlauchbooten ab. Trotz Windstärken um fünf Beaufort und gut einem Meter Seegang gelang es mit Hilfe eines speziellen Rettungsstegs in der Heckwanne des Seenotrettungskreuzers, alle Menschen innerhalb von 15 Minuten zu übernehmen.

„Die meisten Geretteten sind Frauen, kleine Kinder und Säuglinge. Das jüngste Kind ist etwa zwei Monate alt, die älteste Frau über 70“, berichtet der Leiter des Rettungsdienstes und Geschäftsführer der DGzRS, Kapitän Udo Helge Fox. Er war selbst an der Rettung beteiligt. Zwei Gerettete benötigten medizinische Hilfe. Eine Frau erlitt einen Kreislaufkollaps, ein Mann mit Unterzuckerung musste ebenfalls behandelt werden.

Dann ging es über den Rettungssteg an Bord der Minden – Foto: DGzRS

Dann ging es über den Rettungssteg an Bord der Minden – Foto: DGzRS

Am Sonnabend war die erste Einsatzcrew der Minden auf Lesbos eingetroffen. Gefahren wird der Seenotrettungskreuzer von Seenotrettern der DGzRS, die sich für diesen Einsatz freiwillig gemeldet haben. Vormann ist derzeit Ulrich Fader von der DGzRS-Station Bremerhaven.

Die Wahrnehmung der DGzRS-Aufgabe in Nord- und Ostsee bleibt vom Einsatz in der Ägäis unberührt. Die Einsatzfähigkeit der deutschen Seenotretter im eigenen Zuständigkeitsbereich ist ohne Einschränkung gesichert. Die DGzRS hat sich frühzeitig und erfolgreich um Projektspenden für den Einsatz in der Ägäis bemüht. Für weitere projektbezogene Zuwendungen gibt es ein gesondertes Spendenkonto bei der Commerzbank Bremen: IBAN DE30 2908 0010 0100 2338 01. Online-Spenden sind möglich, weitere Informationen gibt es im Internet.

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