Ermittler finden Kokain im Wert von über 1 Million Euro

9. November 2017 @

Nach monatelangen Ermittlungen konnten Fahnder der „Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift“ (GER) des LKA Niedersachsen und des Zollfahndungsamts Hannover in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gestern in einer groß angelegten Durchsuchungs- und Festnahmeaktion einen empfindlichen Schlag gegen eine Tätergruppe landen. Die Köpfe bildeten laut Polizei dabei ein Brüder-Paar albanischer Herkunft aus dem Harz, die den Handel mit großen Mengen Kokain und Marihuana organisierten. Mit Spezialeinheiten und großer Unterstützung der örtlichen Polizeiinspektionen und -kommissariate sowie Ermittlern aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt, der Polizeidirektionen in Hannover und Braunschweig und mehreren Rauschgiftspürhunden wurden 17 Wohn- und Geschäftsräume in Hannover, Goslar, Osterode, Clausthal-Zellerfeld und Wernigerode von nahezu 100 Beamten durchsucht. Unter den durchsuchten Objekten war auch ein Restaurant in Goslar, teilt das LKA Niedersachsen mit.

Zahlreiche Polizeidienststellen arbeiteten zusammen – Foto: JPH

Zeitgleich nahmen italienische Behörden auf Ersuchen der Fahnder einen der Brüder aus Goslar, 39 Jahre alt, im Bereich Rimini fest. Er soll zeitnah nach Deutschland ausgeliefert werden. Gleichfalls festgenommen wurden der zwei Jahre ältere Bruder in Goslar und ein 63-jähriger italienischer Staatsangehöriger aus Osterode. Ein 47-jähriger albanischer Staatsangehöriger aus Hannover ist noch flüchtig, so die Polizei.

Bereits im  April 2017 konnten die Beamten der GER in enger Zusammenarbeit mit der Politie Amsterdam nach längerer Observation in Amsterdam einen Kurier der Gruppierung mit zwei Kilogramm Kokain auf dem Weg nach Deutschland festnehmen. Die Drogen waren der Polizei zufolge zuvor in einem Fahrzeug aus dem Harz versteckt eingebaut worden. Die mutmaßlichen Lieferanten des Kokains, gleichfalls albanische Staatsangehörige, wurden ebenfalls zum damaligen Zeitpunkt in den Niederlanden festgenommen. Die Beamten entdeckten bei anschließenden intensiven Durchsuchungen einen Personenwagen mit deutscher Zulassung, in dem weitere 27 Kilogramm Kokain versteckt eingebaut waren. Außerdem stellten die Beamten bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung hohe Bargeldbeträge sicher.

Der aus Goslar und Hannover agierenden Gruppierung wird die Einfuhr und das Handeln mit mehreren Kilogramm Kokain und Marihuana vorgeworfen. Die Tatvorwürfe sind Gegenstand der jetzt vollstreckten Haftbefehle. Den Hinweis auf die dealenden Brüder im Harz erhielten die Fahnder nach der Festnahme einer deutschen Kurierin aus dem Raum Hannover, die Weihnachten 2016 mit zirka zwei Kilogramm Kokain im deutsch-niederländischen Grenzgebiet festgenommen worden war.

Die vorgestern vorgenommenen Durchsuchungen führten zum Auffinden von nahezu drei Kilogramm Marihuana, etwa 500 Gramm Kokain, rund 4000 Euro Bargeld, diversen Feinwaagen zum Portionieren und Vakuumier-Maschinen zum Verpacken der Betäubungsmittel. Der Marktwert der im Verfahren insgesamt beschlagnahmten Drogen beläuft sich laut Polizei auf über eine Million Euro.

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