Deutscher Segler kommt in der Biskaya ums Leben – Dramatische Rettungsaktion

1. Dezember 2018 @

Ein deutscher Segler ist gestern Nacht, Donnerstag, 29. November 2018, bei der Havarie seiner Segelyacht in der Biskaya südlich von La Rochelle ums Leben gekommen. Seine Ehefrau konnte gerettet werden. Bei der Rettungsaktion wurden drei Seenotretter der französischen Seenotrettungsgesellschaft SNSM (Societé Nationale de Sauvetage en Mer) über Bord gespült, konnten aber gerettet werden.

In der Seenotleitung Bremen der DGzRS ging in der Nacht der Notruf aus der Biskaya ein – Foto: DGzRS/Archivbild

Kurz nach 23 Uhr hatte die Seglerin die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) alarmiert. Ihr Mann war in schwerem Wetter von ihrer zehn Meter langen Segelyacht über Bord gestürzt. Sie selbst war verletzt. Die Seenotleitung Bremen alarmierte daraufhin sofort MRCC Etel (Seenotleitung) in Frankreich.

Zwei zivile Rettungshubschrauber der Securité Civile, ein Hubschrauber der französischen Armée de l’Air (Luftwaffe) und zwei Einheiten der SNSM wurden alarmiert. Die ebenfalls alarmierten Seenotrettungskreuzer „Sieur de Mons“ (Station Royan) und „Madeleine Dassault“  (Station Le Verdon-sur-Mer) gerieten bei starkem Westwind und ablaufenden Wasser vor der Mündung des Flußes La Gironde in so schweren Seegang, dass von einem der beiden Schiffe drei Besatzungsmitglieder über Bord gewaschen wurden. Zwei konnten von der eigenen Besatzung gerettet werden, ein weiterer wurde von einem Hubschrauber aufgenommen.

Der Hubschrauber vom Typ „Caracal“ der französischen Luftwaffe konnte den deutschen Segler nur noch tot aus dem Atlantik bergen – Foto: Archiv frz. Marine

Einer der Hubschrauber rettete die Seglerin etwa zwölf Seemeilen (ca. 22 Kilometer) westlich der Küste von der Yacht, die in schwerem Wetter den Mast verloren hatte. Der Armee-Hubschrauber vom Typ „Caracal“ fand den Segler, der trotz angelegter Rettungsweste nur noch tot geborgen werden konnte. Ein Taucher wurde zu ihm heruntergelassen und mit ihm wieder aufgewinscht. An Bord des Hubschraubers konnte ein Militärarzt nur noch den Tod des Seglers feststellen.

Das Funkgerät der Yacht war nach der Havarie nicht mehr funktionstüchtig. Die Frau hatte die Seenotleitung Bremen über die Sicherheitsapp SafeTrx der DGzRS angerufen. Dies war nur möglich, da sie sich in einem Bereich befand, in dem das Mobiltelefon Netzabdeckung hatte. Mit dem Anruf wurde automatisch ihre Position mit persönlichen Daten an die Seenotleitung Bremen übertragen.

Die Seglerin wurde in Frankreich ins Krankenhaus geflogen. Die Yacht musste aufgegeben werden, sie wurde nach Angaben von MRCC Etel aber zwischenzeitlich treibend gefunden.

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