Update: Binnenschiff meldet Wassereinbruch bei Sehnde

25. März 2018 @

Zur Leckage eines Binnenschiffes sind die Sehnder und Bolzumer Feuerwehren mit der Tauchergruppe Sehnde am Sonnabend um 14.20 Uhr an den Mittellandkanal an der Bolzumer Straße alarmiert worden. Zuvor hatte die Aby/Lou gegen 14.10 Uhr einen Notruf an die Anderter Schleuse abgegeben und den Wassereinbruch gemeldet. Dann hatte der Kapitän das Schiff vor der Brücke an der Bolzumer Brücke linksseitig mit Fahrtrichtrung Bremerhaven festgemacht und wartete auf Hilfe. Gleichzeitig trafen auch die Wasserschutzpolizei und Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) ein.

Mit 37 Einsatzkräften waren die Feuerwehren am Mittellandkanal – Foto: JPH

Die Aby/Lou ist ein 67 Meter langes Binnenschiff aus dem Jahr 1961 mit einer Tonnage von 900 und einem Tiefgang von zwei Metern. Ihre Ladung kam aus Fürstenwalde und bestand aus 671 Tonnen Mais, der nach Bremerhaven muss. Der Skipper und Eigner Roman Klatt hatte das Leck bei der regelmäßigen stündlichen Kontrolle der Maschine entdeckt und daraufhin die Fahrt gestoppt und gegenüber dem WSA-Gelände angelegt. Mit eigenen Pumpen wurde durch die Besatzung bereits Wasser aus dem Maschinenraum gelenzt.

Mit dem Boot wurde die Ölsperre ausgebracht – Foto: JPH

Da durch den Kapitän und die Feuerwehr, die wegen der Nähe zum Wasser mit Schwimmwesten arbeitete, zunächst zu vermuten gewesen war, dass sich im Schiff ein Diesel-Wassergemisch gebildet haben könnte, wurde zusätzlich eine Fachfirma zum Abpumpen angefordert. Bei der anschließenden Kontrolle durch die Feuerwehr und den Eigner konnte jedoch kein Leck im Maschinenraum gefunden werden. Daher ergab sich keine Notwendigkeit, etwas Umweltgefährdendes abpumpen zu müssen. Zusätzlich wurden von der Feuerwehr parallel das Mehrzweckboot (MZB) zu Wasser gebracht und Tauchpumpen bereitgestellt. Mit Hilfe des MZB legte die Feuerwehr später in Absprache mit dem Eigner eine Ölsperre eng um das Schiff, um eventuell doch austretende Betriebsstoffe an der Verbreitung zu hindern. Der nur noch geringe Wassereinbruch kann über Nacht mit den eingebauten Lenzpumpen des Schiffes unter Kontrolle gehalten werden.

Am Ende war die Aby/Lou gesichert gegen auslaufende Stoffe – Foto: JPH

Morgen wird ein fachkundiger Industrietaucher das Schiff äußerlich auf Schäden untersuchen. Davon werden dann die weiteren Maßnahmen abhängen, die von „Weiterfahrt bis zur Werft“ bis zu „Umladen und Abschleppen“ reichen könnten. Die werden durch den Eigner mit der Wasserschutzpolizei abgestimmt. Das Schiff bleibt auf jeden Fall so lange liegen, bis nach der Havarie wieder die Freigabe des Schiffes erfolgt. Derzeit besteht für die Aby/Lou keine Gefahr zu sinken.

Nach etwa zweieinhalb Stunden war der Einsatz für die Feuerwehren beendet und der Einsatzleiter übergab das Schiff wieder an den Kapitän. Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Sehnde und Bolzum, die Tauchergruppe Sehnde und der ELW mit insgesamt 37 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen.

Sonntagmittag wurde die Sehnder Feuerwehr aufgerufen, an den Liegeplatz zu kommen und die Ölsperre um das Schiff wieder aufzunehmen, da der Binnenschiffer mit der Aby/Lou nach Überprüfung die Fahrt fortsetzen konnte.

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