Barmittel reichten nur für einen Haftbefehl

12. Mai 2016 @

Ein 35-jähriger Georgier ist Dienstag bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle eines Fluges nach Istanbul/Türkei durch die Bundespolizei   kontrolliert worden. Dabei stellte die Bundespolizei nach eigene Angaben fest, dass gegen ihn ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Diebstahls vorlag. Nach  erlassenem Strafbefehl hatte der Betroffene die mit der Justiz vereinbarten Teilraten der Geldstrafe in Höhe von ursprünglich 600 Euro nicht eingezahlt und sich im weiteren Verlauf der somit fälligen Ersatzfreiheitsstrafe entzogen. Er stand nun am Gate vor der Wahl sofort 320 Euro Restgeldstrafe zu entrichten oder eine 16-tägige Haft antreten zu müssen.

Die Bundespolizei hatte alles im Computer - Foto: JPH

Die Bundespolizei hatte alles im Computer – Foto: JPH

Daraufhin meldete sich sein 34-jähriger mitreisender georgischer Bruder und bot finanzielle Hilfe an. Doch die Freude währte nur kurz: Eine auch bei ihm durchgeführte polizeiliche Überprüfung ergab eine ebenfalls mit Haftbefehl notierte Fahndungsausschreibung.

Nach Verurteilung vom Amtsgericht Bückeburg wegen Diebstahl hatte auch er laut Bundespolizei die vereinbarten Teilzahlungen einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro nicht geleistet. Die offene Rechnung mit der Justiz lautete: 420 Euro oder 42 Tage Restersatzfreiheitsstrafe. Die konnte jedoch aufgrund unbekannten Aufenthaltsortes bis zu diesem Abflug ebenfalls nicht vollstreckt werden.

Da die finanziellen Mittel für beide offenen Haftbefehle aber nicht ausreichten, nahm der hilfsbereite Bruder sein Angebot zurück und entschied, das Geld lieber für die eigene Tilgung einzusetzen. Im weiteren Verlauf konnte er die Reise über Istanbul nach Georgien antreten. Sein älterer Bruder hingegen trat nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen die Reise in die Justizvollzugsanstalt Hannover zur Verbüßung von 16 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe an.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.