Anspruchsvolle Gemeindeübung 2018 für die Ortswehren der Gemeinde Hohenhameln

9. Oktober 2018 @

Bei herrlichem Spätsommerwetter schrillten am Sonnabendvormittag, 06.Oktober 2018, immer wieder Sirenen und Martinshörner durch das Gemeindegebiet. Dabei handelte es sich aber nicht um eine Katastrophe, sondern es war alles eine gut geplante Übung von den ersten und zweiten stellvertretenden Gemeindebrandmeistern Andreas Bock und Olliver Sander.

Ausgesprochen eng waren die Arbeitsbedingungen im Kirchturm – Foto: S. Haupt

Bock und Sander hatten als Übungsleiter mit ihrem Stab drei verschiedene Stationen in der Ortschaft Clauen aufgebaut, die von den jeweiligen Ortswehren nacheinander abgearbeitet werden mussten. Schwerpunkt war dieses Mal die Hilfeleistung mit Menschenrettung sowie die Brandbekämpfung. Gestartet wurde mit der Ortswehr Clauen um 9.11 Uhr.

An der ersten Station sollte eine Hilfeleistung in größerer Höhe erfolgen.  Eine Person musste aus dem Clauener Kirchturm gerettet werden, die sich nach einem Sturz dort einen Knochenbruch zugezogen hatte. Dies hörte sich zunächst einmal einfach an, doch ist der Weg zu der „verletzten Person“ nur über sehr steile Treppen, enge Türen und über sehr verwinkelte Wege möglich. Dies brachte viele Kameradinnen und Kameraden ganz schön ins Schwitzen und forderte ein hohes Maß der Zusammenarbeit und Kommunikation.  Das war dann doch sehr anstrengend und eine schöne Aufgabe, so die Teilnehmer.

Mit wenig Wasser den Palettenstapel zu löschen, war die Aufgabe – Foto: S. Haupt

Nach einer kurzen Pause rückte die Ortswehr dann zur nächsten Station 2 ab. Zwischenzeitlich wurden die Ortswehren Bierbergen und Soßmar zu der ersten Station alarmiert. Hintereinander wurde die erste Übung dann von jeder Ortswehr der Gemeinde mit Alarm angefahren. Danach folgten dann in Abständen die Ortswehren aus Mehrum, Harber und Ohlum, Hohenhameln, Equord und Stedum-Bekum.

An der 2.Station am Sportplatz hieß das Thema „Brandbekämpfung“. Auch dies hört sich mit Blick auf den dort brennenden Stapel Paletten zunächst einfach an, da immer mindestens ein Fahrzeug mit Wassertank an der Station war. Doch die wesentliche Leistung bestand darin, nicht schnell mit viel Wasser abzulöschen, sondern eher möglichst wenig Wasser effektiv einzusetzen. Hier war der Ideenreichtum von Wehr zu Wehr unterschiedlich und sehr spannend mitanzusehen.

Die Hohenhamelner Kräfte setzten hier zum Beispiel einen Hochdrucklöscher ein, mit dem das Feuer schnell abgelöscht werden konnte.

An der  3. Station tappten dann doch viele Wehren in die aufgebaute „Falle“: GAMS und Menschenrettung aus der Tiefe (GAMS- Gefahr Erkennen , Absperren, Menschenrettung und Spezialkräfte anfordern).

Mit zwei Mann einen 75-Kilogramm-Dummy aus dem Kanalschacht zu ziehen, kostet viel Kraft – Foto: S.. Haupt

Im Neubaugebiet „Harzblick 2“ stand ein Laster mit Gefahrstofftafel und eine unbekannte Flüssigkeit lief von dessen Ladefläche. Gleichzeitig war eine Person in ein Kanalschacht gefallen und leicht verletzt. Hier galt es, nach der GAMS Regel bei der Anfahrt genügend Abstand zu halten und sich vorsichtig an die Einsatzstelle heranzutasten; dann die Person aus dem Kanalschacht zu bergen und aus dem Gefahrenbereich zu schaffen.

Einige Wehren kamen zunächst sehr nah an die Einsatzstelle heran, so das Fazit der Übungsauswerterin Ortsbrandmeisterin Jessica Lahn aus Mehrum. Vollen Körpereinsatz mussten auch die beiden Kameraden bei der Bergung der Übungspuppe (75 Kilogramm) aus dem Kanalschacht zeigen.

An der „Station 4“ am Getreidehaus in Clauen durften sich die Kameradinnen und Kameraden nach getaner Arbeit mit Getränken und Brötchen stärken und danach in das wohlverdiente Wochenende abrücken.

Sowohl Andreas Bock wie auch Olliver Sander zeigten sich mit Gemeindebrandmeister Stefan Meißner über den Übungsablauf insgesamt sehr zufrieden. Auch von einigen Kameraden kam zur Übung eine positive Rückmeldung, obwohl von dem einen und anderen der Sonnabend für die Feuerwehr geopfert werden musste. Besonderer Dank der Organisatoren galt dabei den drei Übungsauswertern der Nachbar Gemeindefeuerwehr  Algermissen, den vier Sanitätern der DRK Bereitschaft Peine und den Ausbildern an den Stationen. Insgesamt waren 75 Feuerwehrpersonen aus neun Ortswehren mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz.

 

 

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